Frankfurt: Kühlbusse für Obdachlose am Willy-Brandt-Platz
Kühlbusse für Obdachlose in Frankfurt

Die Stadt Frankfurt am Main reagiert auf die extreme Hitze mit einem neuen Angebot für obdachlose Menschen: Zwei ausrangierte Busse wurden zu klimatisierten Kühlmobilen umgebaut und stehen ab sofort bis Ende August am zentralen Willy-Brandt-Platz. Jeder Bus bietet Platz für rund 40 Personen und ist täglich von 13 bis 19 Uhr geöffnet.

Gesundheitsrisiko Hitze: Stadt handelt schnell

„Extreme Hitze in Innenstädten ist ein Gesundheitsrisiko – besonders für obdachlose Menschen. Denn sie können sich nicht einfach in einem klimatisierten Einkaufszentrum oder Restaurant abkühlen“, betont Gesundheits- und Sozialdezernentin Elke Voitl (Grüne). Mit dem Projekt reagiere man schnell und pragmatisch auf den heißen Sommer, so die Stadtverwaltung.

Die Standortwahl fiel bewusst auf den Willy-Brandt-Platz, der zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt liegt und damit für viele Betroffene gut erreichbar ist. Die Busse sind ein weiterer Baustein im Hitzeschutzkonzept der Stadt, das bereits mehrere Maßnahmen umfasst.

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Ausstattung: Wasser und persönliche Beratung

In den Kühlbussen wird kostenfreies Trinkwasser angeboten, wie Oliver Pitsch, Regionalvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe, erklärt. Zudem stehen Ansprechpersonen bereit, die bei Bedarf weitere Hilfsangebote vermitteln. Die Johanniter unterstützen das Projekt personell und fachlich.

Die Stadt erweitert damit ihr Angebot für besonders gefährdete Menschen bei extremer Hitze. Bereits jetzt sind an heißen Tagen Teams mit Lastenrädern in der Mainmetropole unterwegs und verteilen Wasser, T-Shirts, Kappen, Schirme und Sonnencreme. Diese Maßnahmen werden durch die neuen Kühlmobile ergänzt.

Ergänzung zum bestehenden Hitzebus

Seit 2022 gibt es in Frankfurt zudem einen Hitzebus, der als Pendant zum Kältebus im Winter fungiert. Er ist in den Abendstunden und nachts unterwegs, wenn die Temperaturen nur langsam sinken und die Obdachlosen besonders unter der Hitze leiden. Der Hitzebus fährt verschiedene Standorte an und bietet ebenfalls Getränke und Beratung an.

Die Kühlmobile sind eine zusätzliche, stationäre Anlaufstelle, die tagsüber eine geschützte, kühle Umgebung bietet. Damit will die Stadt sicherstellen, dass obdachlose Menschen auch während der heißesten Stunden des Tages eine Möglichkeit haben, sich zu erholen und zu trinken.

Hintergrund: Hitzeschutz in Frankfurt

Die Maßnahmen sind Teil eines umfassenden Hitzeschutzplans, den die Stadt Frankfurt in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Angesichts des Klimawandels und zunehmender Hitzewellen sollen besonders vulnerable Gruppen geschützt werden. Neben Obdachlosen zählen dazu auch ältere Menschen, chronisch Kranke und Kinder.

Die Stadt arbeitet dabei eng mit Hilfsorganisationen wie der Johanniter-Unfall-Hilfe zusammen. Die Kühlmobile sind ein Beispiel für pragmatische Lösungen, die schnell umgesetzt werden können und direkt vor Ort helfen.

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