Die Menschen in der Region Eichstätt haben im vergangenen Jahr außergewöhnlich viel Solidarität gezeigt: Rund 1,2 Millionen Euro kamen bei Spendenaktionen zusammen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Auswertung der Caritas Eichstätt, die am Dienstag veröffentlicht wurde.
Kinderhilfe und Katastrophenhilfe im Fokus
Besonders hohe Summen flossen in die Unterstützung von Kindern in Not sowie in die Hilfe für Opfer von Naturkatastrophen. Allein für die Erdbebenhilfe in der Türkei und Syrien wurden über 400.000 Euro gespendet, wie die Caritas mitteilte. Damit reagierten die Bürgerinnen und Bürger auf die verheerenden Beben vom Februar 2025.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Förderung von Bildungsprojekten in Entwicklungsländern. Rund 250.000 Euro gingen an Organisationen, die Schulen und Ausbildungsstätten in Afrika und Asien aufbauen. Diese Projekte sollen langfristig die Selbsthilfe vor Ort stärken.
Lokale Projekte profitieren ebenfalls
Nicht nur internationale Hilfen kamen zum Zug: Auch lokale Einrichtungen wie die Eichstätter Tafel und das Frauenhaus profitierten von der Spendenbereitschaft. Die Tafel erhielt 150.000 Euro für die Erweiterung ihrer Kühlkapazitäten, um verderbliche Lebensmittel besser lagern zu können. Das Frauenhaus konnte mit 80.000 Euro neue Räumlichkeiten anmieten.
„Die Spendenbereitschaft in unserer Region ist überwältigend“, sagte Caritas-Geschäftsführerin Maria Huber bei der Vorstellung der Bilanz. „Besonders freut uns, dass viele Spenderinnen und Spender gezielt für lokale Projekte geben, weil sie sehen, dass ihr Geld direkt ankommt.“
Spendenbereitschaft steigt weiter an
Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Gesamtsumme um 15 Prozent. Während 2024 noch rund 1,04 Millionen Euro zusammenkamen, waren es 2025 über 1,2 Millionen. Dieser Anstieg ist bemerkenswert, da viele Haushalte unter der Inflation leiden.
Die Caritas führt den Zuwachs auf verstärkte Online-Spendenaktionen und Benefizveranstaltungen zurück. Beispielsweise brachte ein Spendenlauf in Eichstätt im Sommer über 30.000 Euro ein. Auch Unternehmen aus der Region beteiligten sich mit Großspenden: Drei Firmen spendeten jeweils über 50.000 Euro.
Transparenz und Vertrauen als Grundlage
Ein wichtiger Faktor für die hohe Spendenbereitschaft ist das Vertrauen in die Verwendung der Gelder. Die Caritas veröffentlicht regelmäßig Rechenschaftsberichte, in denen die Mittelverwendung detailliert aufgeschlüsselt wird. „Transparenz ist das A und O“, betonte Huber. „Nur so können wir sicherstellen, dass die Menschen weiterhin gerne geben.“
Die Caritas kündigte an, auch 2026 verstärkt auf Spenden angewiesen zu sein, insbesondere für die laufenden Hilfsprojekte in Krisengebieten. Wer helfen möchte, kann dies über die Website der Caritas oder direkt in den Beratungsstellen tun.



