Westlich von Athen geraten immer mehr Orte unter den Einfluss verheerender Waldbrände. Besonders betroffen sind die Ortschaft Porto Germeno am Golf von Korinth, rund 60 Kilometer von der griechischen Hauptstadt entfernt, sowie Gebiete in der Region Fokida. Live-Bilder im Fernsehen zeigten am späten Nachmittag eine gewaltige Feuerwalze, die der Wind über Hügel und Berge treibt.
Flammen schlagen über die Baumkronen
Nach Angaben des griechischen Nachrichtensenders ERTnews erreichten die Flammen eine Höhe, die doppelt so hoch war wie die ausgewachsenen Aleppo-Kiefern des Waldes. Diese Bäume werden bis zu 20 Meter hoch – die Flammen schlugen also rund 40 Meter in die Luft. Die Feuerwehr spricht von extremen Bedingungen, die einen Löschangriff aus der Luft unmöglich machen. Starker Wind und dichte Rauchentwicklung verhindern den Einsatz von Löschflugzeugen und -hubschraubern.
Die Einsatzkräfte konzentrieren sich daher auf den Boden. Hunderte Feuerwehrleute sind im Einsatz, um die Wohngebiete zu schützen. Doch selbst am Boden ist es an vielen Stellen nicht möglich, sich dem Feuer zu nähern. Die Hitze, der Rauch und die unberechenbaren Winde machen die Arbeit gefährlich.
Zweite Feuerfront in Fokida
Eine weitere, ebenfalls unkontrollierte Feuerfront wütet weiter westlich in der Region Fokida. Dort sind die Ortschaft Skaloma und umliegende Dörfer von den Flammen bedroht. Die Behörden haben die Bewohner bereits aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Viele Menschen sind in Sicherheit gebracht worden, doch die Angst um Hab und Gut bleibt.
Griechische Medien berichteten von „apokalyptischen Bildern“ aus dem Katastrophengebiet. Das Meer spiegelte den Himmel in grau-roten Farben wider, die Sonne leuchtete nur noch als dumpfer Schein durch den dichten, schwarzen Rauch, der weite Teile der Region bedeckt. Die Stimmung unter den Bewohnern ist gedrückt, viele verfolgen die Entwicklung hilflos von den Evakuierungsorten aus.
Hoffnung auf ein Zeitfenster am Abend
Die Feuerwehr setzt ihre Hoffnung auf ein kleines Zeitfenster am frühen Abend, wenn der Wind nachlassen soll. Dann könnten Löschflugzeuge und -hubschrauber wieder starten, um die Feuer von oben zu bekämpfen. Allerdings müssen die Maschinen bei Einbruch der Dunkelheit ihren Einsatz beenden. Für Sonntag sagen die Meteorologen ebenfalls etwas weniger Wind voraus – eine vorsichtige Hoffnung für die Menschen, die um ihre Häuser bangen.
Viele der geflüchteten Anwohner hoffen, dass es für ihren Ort, für ihr Haus, dann nicht zu spät ist. Die kommenden Stunden entscheiden darüber, ob sich die Lage weiter zuspitzt oder ob die Feuerwehren endlich eine Chance bekommen, die Flammen einzudämmen.
Waldbrandsaison in Griechenland
Waldbrände sind in Griechenland während der heißen Sommermonate keine Seltenheit. Immer wieder kommt es vor allem in Küstennähe und auf den Inseln zu verheerenden Feuern. Die Kombination aus anhaltender Trockenheit, starken Winden und hohen Temperaturen sorgt immer wieder für gefährliche Lagen. In diesem Jahr hat sich die Lage offenbar erneut zugespitzt, wie die aktuellen Ereignisse westlich von Athen zeigen.
Die Behörden haben die Anwohner der betroffenen Gebiete aufgerufen, sich strikt an die Anweisungen zu halten und Bereitstellungsräume zu nutzen, falls neue Evakuierungen angeordnet werden. Die Feuerwehr rechnet damit, dass die Löscharbeiten noch mehrere Tage andauern werden, sollte sich das Wetter nicht deutlich abkühlen. Auch wenn die Gefahr noch nicht gebannt ist, bleibt die Hoffnung auf den Wind, der sich laut Vorhersage abschwächen soll.



