Die anhaltende Trockenheit setzt den Gewässern im Landkreis Aichach-Friedberg schwer zu. An vielen Flüssen und Bächen sinken die Wasserstände kontinuierlich, die Lage wird von den Behörden als ernst eingestuft. Besonders betroffen ist die Paar, die sich durch den gesamten Landkreis schlängelt. Doch auch kleinere Bäche wie die Ecknach und die Friedberger Ach führen nur noch wenig Wasser. Das Landratsamt Aichach-Friedberg überwacht die Entwicklung täglich und warnt vor einer weiteren Verschärfung der Situation.
Seit Wochen hat es im Landkreis kaum geregnet. Die Temperaturen steigen immer wieder auf über 25 Grad, die Böden sind ausgetrocknet. Die Pegelstände der Gewässer liegen nach Angaben des Wasserwirtschaftsamts seit Wochen unter dem langjährigen Mittel. In einigen Bereichen sind die Ufer bereits trockengefallen, es haben sich kleine Tümpel gebildet. Die niedrigen Wasserstände haben direkte Auswirkungen auf die Wasserqualität: Die Selbstreinigungskraft der Flüsse nimmt ab, gleichzeitig steigen die Wassertemperaturen. Der Sauerstoffgehalt sinkt, was Fische und andere Lebewesen zusätzlich stresst. In besonders flachen Bereichen kommt es bereits zu Fischsterben. Die Naturschutzbehörden bitten die Bevölkerung, Tiere in Not nicht anzufassen, sondern die zuständigen Stellen zu informieren.
Sinkende Wasserstände und ihre Folgen
Die sinkenden Wasserstände betreffen auch die Tier- und Pflanzenwelt entlang der Gewässer. Wo früher Wasser floss, wachsen nun Gräser und Kräuter. Amphibien und Insekten verlieren ihren Lebensraum. Die Uferbereiche trocknen aus, und wertvolle Biotope verschwinden. Der Bund Naturschutz und andere Umweltverbände beobachten die Entwicklung mit Sorge. Sie fordern ein konsequenteres Wassermanagement und den Schutz der letzten intakten Flussabschnitte. Auch die Fischereivereine im Landkreis sind alarmiert. Sie kümmern sich um den Erhalt der Fischbestände und retten in einigen Abschnitten Fische, die in den kleinen Tümpeln zu ersticken drohen.
Die Friedberger Ach, die durch die Stadt Friedberg fließt, führt ebenfalls deutlich weniger Wasser als üblich. An manchen Stellen ist der Fluss nur noch ein Rinnsal. Das bereitet nicht nur Naturschützern Sorgen, sondern auch den Anwohnern, die die idyllischen Ufer schätzen. In Aichach wird die Lage am Stadtbach, der durch die Altstadt fließt, genau beobachtet. Der Bach speist mehrere Wasserräder und prägt das Stadtbild. Bei anhaltender Trockenheit könnte die Stadt gezwungen sein, das Wasser aus anderen Quellen zuzuführen.
Land- und Forstwirtschaft unter Druck
Die anhaltende Trockenheit macht auch der Landwirtschaft im Landkreis schwer zu schaffen. Viele Bauern beklagen die ausbleibenden Niederschläge. Die Getreideernte fällt in diesem Jahr voraussichtlich geringer aus als in den Vorjahren. Besonders betroffen sind Mais und andere Sommerkulturen, die auf regelmäßige Wasserversorgung angewiesen sind. Einige Landwirte haben bereits mit der Bewässerung ihrer Felder begonnen, wo dies möglich ist. Allerdings sind die Wasserentnahmen aus Flüssen und Bächen begrenzt, um die Gewässer nicht weiter zu belasten. Auch das Grundwasser wird knapper, weshalb die Behörden die Entnahmen streng kontrollieren.
Auch die Wälder im Landkreis zeigen deutliche Trockenschäden. Viele Bäume sind geschwächt und anfälliger für Schädlinge wie den Borkenkäfer. Die Förster beobachten die Entwicklung mit Sorge. Gleichzeitig steigt die Waldbrandgefahr. Das Landratsamt hat bereits die höchste Warnstufe ausgerufen. Ein Funke genügt, um ein großes Feuer auszulösen. Die Bevölkerung wird dringend gebeten, im Wald keine offenen Feuer zu entzünden und auf das Rauchen zu verzichten. Auch das Grillen ist nur an ausgewiesenen Stellen erlaubt.
Landratsamt ergreift Maßnahmen
Die Behörden haben auf die angespannte Lage reagiert. Das Landratsamt Aichach-Friedberg koordiniert die Maßnahmen und steht in ständigem Austausch mit den Gemeinden. In mehreren Kommunen wurden bereits Einschränkungen für die Wasserentnahme aus öffentlichen Gewässern erlassen. Das Beregnen von Grünflächen und Sportplätzen ist vielerorts untersagt. Auch private Gartenbesitzer sind angehalten, ihren Wasserverbrauch zu reduzieren und das gesammelte Regenwasser zu nutzen. Die Städte und Gemeinden prüfen, ob die Trinkwasserversorgung langfristig gesichert ist. Bislang gibt es keine Engpässe, doch die Reserven schwinden.
Auch die DLRG und die Wasserwacht bereiten sich auf die Folgen der Trockenheit vor. Die niedrigen Wasserstände in Badeseen können zu Unfällen führen, weil Schwimmer die Gefahren nicht richtig einschätzen. Die Rettungskräfte appellieren an die Badegäste, nur an bewachten Stellen zu schwimmen.
Wetteraussichten: Keine schnelle Entspannung in Sicht
Die Wetterexperten rechnen für die kommende Woche mit wechselhaftem, aber insgesamt zu trockenem Wetter. Lokale Gewitter können punktuell für Abkühlung sorgen, für eine nachhaltige Entspannung reichen sie jedoch nicht aus. Um die Grundwasservorräte wieder aufzufüllen, wären längere Regenperioden nötig, wie sie typischerweise im Herbst oder Winter auftreten. Solange diese ausbleiben, müssen sich die Menschen im Landkreis auf weitere Einschränkungen einstellen.
Die Situation in Aichach-Friedberg ist kein Einzelfall. Auch andere bayerische Landkreise kämpfen mit der Trockenheit. Die Behörden bleiben wachsam und werden die Entwicklung in den kommenden Wochen engmaschig beobachten. Die Bevölkerung wird aufgerufen, Wasser sparsam zu verwenden und die Hinweise der Gemeinde- und Kreisverwaltung zu beachten.



