Waldbrandgefahr in Aichach-Friedberg: Stufe 4 ausgerufen
Waldbrandgefahr in Aichach-Friedberg: Stufe 4

Der Sommer hat den Landkreis Aichach-Friedberg fest im Griff. Seit mehreren Tagen klettern die Temperaturen auf über 30 Grad, Regen bleibt aus, und die Böden trocknen zusehends aus. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat deshalb für die Region den Waldbrandgefahrenindex auf Stufe 4 von 5 angehoben. Das bedeutet: Die Gefahr eines Waldbrandes ist hoch.

Waldbrandgefahrenindex: Was bedeutet Stufe 4?

Der DWD berechnet den Waldbrandgefahrenindex täglich aus meteorologischen Daten wie Temperatur, Luftfeuchte, Wind und Niederschlag. Stufe 4 steht für eine hohe Gefahr. Dabei verbrennt bereits eine weggeworfene Zigarette oder ein Funke aus dem Auspuff eines Fahrzeugs trockenes Gras und kann einen Flächenbrand auslösen. Nur die Stufe 5 (sehr hohe Gefahr) würde eine strengere Einstufung bedeuten.

Im Landkreis Aichach-Friedberg gelten die Warnungen insbesondere für die großen Waldgebiete rund um den Schneeberg, den Auwald an der Paar und die Kiefernwälder im Donau- und Lechtal. Auch die Streuobstwiesen und Feldraine sind an vielen Stellen ausgedörrt.

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Landratsamt appelliert an Vernunft

Das Landratsamt Aichach-Friedberg weist bereits seit Tagen auf die Waldbrandgefahr hin. In einer aktuellen Mitteilung appelliert die Behörde an die Bevölkerung, im Wald und auf Wiesen keine offenen Feuer zu entzünden. Grillen ist nur auf ausgewiesenen Plätzen erlaubt. Auch das Rauchen in Wäldern ist laut Landeswaldgesetz ganzjährig verboten.

Die Gemeinde Aichach hat zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Auf städtischen Grillplätzen dürfen Holzkohlegrills vorerst nicht mehr benutzt werden. Auch im Friedberger Stadtgebiet gelten ähnliche Regelungen. Die Kommunen haben außerdem die Wald- und Feldwege für Fahrzeuge gesperrt, die nicht ausdrücklich für die Waldwirtschaft zugelassen sind.

Wer einen Brand entdeckt, muss sofort handeln

Die Feuerwehren im Landkreis sind in erhöhter Alarmbereitschaft. Bei einem Einsatz im Wald zählt jede Minute. Die größte Gefahr geht von der Unachtsamkeit der Menschen aus. Die Einsatzkräfte berichten immer wieder von weggeworfenen Flaschen und Zigarettenkippen, die in ausgedörrtem Gras schnell Brände auslösen können. Auch ein heißer Katalysator eines geparkten Autos kann einen Brand entfachen.

Wer einen Brand entdeckt, sollte sofort den Notruf 112 wählen und den Ort möglichst genau beschreiben. Bis die Feuerwehr eintrifft, kann man versuchen, mit einem Feuerlöscher oder mit Wasser den Brand zu ersticken, wenn dies ohne Eigengefahr möglich ist. Vor allem in Waldgebieten sollte man sich jedoch nicht in Gefahr bringen.

Hitze und Trockenheit: Wetterlage bleibt angespannt

Die Wettervorhersage des DWD verspricht zunächst keine Entspannung. Für die kommenden Tage werden erneut Temperaturen von bis zu 34 Grad erwartet. Es bleibt niederschlagsfrei, die Gewitterneigung ist gering. Das bedeutet: Die Waldbrandgefahr wird auf absehbare Zeit hoch bleiben. Erst ein ergiebiger Regen über mehrere Stunden könnte die Lage entschärfen.

Besonders betroffen sind Waldgebiete mit viel Unterholz und abgestorbenen Bäumen. Die Borkenkäferplage der vergangenen Jahre hat viele Fichtenbestände geschädigt und zahlreiche dürre Bäume hinterlassen, die wie Zunder wirken. Auch die anhaltende Dürre der letzten Sommer hat die Böden ausgetrocknet. In manchen Regionen liegt das Grundwasser deutlich niedriger als im langjährigen Mittel.

Was für den Waldbesuch zu beachten ist

Der Bayerische Waldbesitzerverband und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald geben konkrete Tipps für den Umgang mit dem Wald in diesen Tagen: Parken sollte man nur auf ausgewiesenen Plätzen, da heiße Katalysatoren von Autos Gras und Laub entzünden können. Weggeworfene Glasflaschen können durch die Sonneneinstrahlung als Brennglas wirken. Auch das Wegwerfen von Zigarettenkippen aus dem Auto ist gefährlich und zudem illegal.

Im Landkreis Aichach-Friedberg gibt es zudem mehrere ausgewiesene Waldparkplätze, die von den Kommunen regelmäßig kontrolliert werden. Wanderer sollten auf den markierten Wegen bleiben, denn die Waldbrandgefahr geht von der Streu aus. Bei einem Gewitter sollte man den Wald umgehend verlassen, da Blitzschläge ebenfalls Brände auslösen können.

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Insgesamt erinnern die Behörden daran, dass Waldbrandschutz eine Gemeinschaftsaufgabe ist. Jeder Einzelne kann dazu beitragen, dass der Wald auch in heißen Sommern eine lebendige und sichere Erholungsoase bleibt. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Bevölkerung den Ernst der Lage erkennt und sich entsprechend verhält.