Am Gotthard-Tunnel in der Schweiz kommt es derzeit zu massiven Verkehrsbehinderungen. Am Samstagnachmittag staute sich der Verkehr vor dem Nordportal auf 18 Kilometern, wie der Automobilclub TCS mitteilte. Reisende müssen mit einer Wartezeit von bis zu drei Stunden zwischen Altdorf und Göschenen im Kanton Uri rechnen.
Baustelle sorgt für Engpass bis 2028
Ursache für den Stau ist eine Baustelle im Tunnel, die die Fahrbahn verengt und voraussichtlich bis Ende 2028 bestehen bleibt. Der normale Ferienreiseverkehr verschärft die Situation zusätzlich. Eine Reporterin des Schweizer "Blick" berichtete von "Hupkonzerten" und Autofahrern, die sich am Straßenrand die Beine vertraten. Die Stimmung sei zwischen genervt und entspannt gewesen.
Umfahrungsrouten ebenfalls betroffen
Der TCS empfiehlt weiträumige Umfahrungen, etwa über den San-Bernardino-Tunnel, den Simplonpass oder den Großen St. Bernhard. Laut "Blick" staute es sich jedoch auch auf den Ausweichrouten. In der Vergangenheit kam es am Gotthard bei Ausfällen anderer Alpenquerungen zu Staus von über 25 Kilometern Länge.
Anwohner protestieren gegen Ausweichverkehr
Der 17 Kilometer lange Tunnel verbindet Göschenen im Kanton Uri mit Airolo im Kanton Tessin und ist eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen durch die Alpen. Viele Urlauber aus Deutschland, den Niederlanden und anderen europäischen Ländern nutzen ihn auf dem Weg nach Italien. In der Region regt sich zunehmend Widerstand gegen den Ausweichverkehr. Am Samstag protestierten rund 60 Anwohner aus mehreren Gemeinden in Amsteg gegen die Verkehrsbelastung.



