US-Soldat kommt nach tödlichem Unfall in Bayern mit Geldstrafe davon - Mutter von vier Kindern stirbt
US-Soldat nach tödlichem Unfall in Bayern nur mit Geldstrafe bestraft

US-Soldat nach tödlichem Unfall in Bayern nur mit Geldstrafe bestraft

Ein Jahr nach dem tragischen Verkehrsunfall bei Ansbach in Bayern, bei dem eine Mutter von vier Kindern ums Leben kam, hat die US-Armee alle Anklagen gegen den verantwortlichen Soldaten fallen gelassen. Der 20-jährige Militärpolizist Michael D. muss lediglich eine Geldstrafe zahlen, wird auf den niedrigsten Dienstgrad herabgestuft und unehrenhaft aus der Armee entlassen. Damit endet das Verfahren wegen fahrlässiger Tötung bereits nach einer ersten Anhörung.

Unfall mit tödlichem Ausgang

Am Morgen des 12. Januar 2025 war der Soldat aus New York mit einem Jeep der Militärpolizei auf der Bundesstraße 14 unterwegs, als er von der Fahrbahn abkam und die 33-jährige Damaris W. auf dem Radweg erfasste. Die vierfache Mutter war zu Fuß unterwegs zu ihrer Kirchengemeinde, da sie wegen der glatten Wege auf ihr Fahrrad verzichtet hatte. Sie erlag noch am Unfalltag ihren schweren Verletzungen im Krankenhaus.

Ermittlungen widerlegen Soldaten-Aussage

In ersten Vernehmungen behauptete der Soldat, die Frau sei auf die Straße gelaufen und er habe versucht auszuweichen. Die Ermittlungen des Bayerischen Rundfunks zeigten jedoch ein anderes Bild: Der Jeep war mit 75 bis 90 Stundenkilometern unterwegs, ohne dass Bremsspuren gefunden wurden. Die Ermittler vermuten, dass der Soldat nach einem anstrengenden Nachtdienst möglicherweise eingeschlafen sein könnte.

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Milde Sanktionen trotz schwerwiegender Tat

Eigentlich hätten dem Gefreiten bei einer Verurteilung mehrere Jahre Haft gedroht. Nach seinem Geständnis und mit Zustimmung der Familie des Opfers kam er jedoch mit vergleichsweise milden Sanktionen davon. Michelle McCaskill vom Büro des Sonderermittlers bestätigte: "Die Staatsanwälte haben alle Anklagen in Übereinstimmung mit den nächsten Angehörigen zurückgewiesen."

Verfahren bereits beendet

Damit wird der für Mai angesetzte Prozess vor einem Militärgericht in Vilseck nicht mehr stattfinden. Der Soldat wird in Kürze in die Vereinigten Staaten zurückkehren. Bereits in ihrem Nachruf hatten sich die Angehörigen bei der Führung der US-Armee für deren Unterstützung nach dem Unfall bedankt. In der Kaserne Katterbach, von der aus der Soldat operierte, sind etwa 1000 Soldaten der 12. Kampfhubschrauberbrigade stationiert.

Der Fall wirft Fragen zur Zuständigkeit und Verfahrensweise bei Unfällen mit Beteiligung von US-Soldaten in Deutschland auf. Während zivile Gerichte in solchen Fällen regelmäßig Haftstrafen verhängen, endete dieses Verfahren mit administrativen Maßnahmen innerhalb des Militärsystems.

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