Umfrage enthüllt: Jeder Dritte kennt neue E-Auto-Förderung nicht
Jeder Dritte kennt neue E-Auto-Prämie nicht

Neue E-Auto-Prämie bleibt vielen Bürgern unbekannt

Die kürzlich eingeführte staatliche Förderung für Elektrofahrzeuge hat bei der Bekanntheit in der Bevölkerung noch erheblichen Nachholbedarf. Laut einer aktuellen, repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hat jede und jeder Dritte in Deutschland (34 Prozent) bislang nicht von der neuen E-Auto-Prämie gehört. Die Online-Befragung wurde zwischen dem 6. und 9. Februar durchgeführt und umfasste insgesamt 2.100 Personen.

Informationsdefizite bei der Mehrheit der Bevölkerung

Doch nicht nur die grundsätzliche Bekanntheit der Förderung ist problematisch. Unter denjenigen, die bereits von der Prämie gehört hatten, fühlt sich eine deutliche Mehrheit nicht angemessen informiert. Ganze 42 Prozent der Befragten gaben an, sich eher schlecht informiert zu fühlen, während weitere 12 Prozent sogar von einer sehr schlechten Informationslage berichteten. Lediglich 32 Prozent empfinden sich als eher gut informiert, und nur 6 Prozent fühlen sich sehr gut über die Details der neuen Förderung im Bilde.

Gespaltene Meinungen zur staatlichen Förderung

Die Bewertung der E-Auto-Prämie fällt in der Bevölkerung äußerst unterschiedlich aus. Knapp jeder Fünfte (20 Prozent) bewertet sie als schlecht, während ein Viertel (25 Prozent) sie als mittelmäßig einstuft. Auf der positiven Seite finden 30 Prozent der Befragten die Prämie gut, und jeder Zehnte (10 Prozent) hält sie sogar für sehr gut. Diese gespaltenen Meinungen spiegeln die kontroverse Diskussion um staatliche Eingriffe in den Automobilmarkt wider.

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Begrenzter Einfluss auf Kaufentscheidungen

Interessanterweise gibt mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) an, dass die neue Prämie keinerlei Einfluss auf ihre Überlegungen zum Kauf oder Leasing eines Elektroautos habe. Weitere 21 Prozent erklärten, dass ein E-Auto für sie generell nicht infrage komme. Nur 14 Prozent der Befragten gaben an, dass die Förderung einen Kauf oder ein Leasing etwas wahrscheinlicher mache, während lediglich 6 Prozent dies als deutlich wahrscheinlicher bewerteten.

Details der staatlichen Förderung

Das Bundesumweltministerium hatte vor gut einem Monat angekündigt, dass Privatkunden beim Kauf von reinen Elektroautos, Plug-in-Hybriden und Elektroautos mit Range Extender wieder eine staatliche Förderung erhalten können. Die Fördersumme variiert je nach Fahrzeugart und persönlichen Umständen zwischen 1.500 und 6.000 Euro. Allerdings gelten Einkommensobergrenzen: Die Förderung wird nur bis zu einem Haushaltseinkommen von 80.000 Euro im Jahr ausgezahlt, bei Familien mit zwei Kindern liegt diese Grenze bei 90.000 Euro.

Branchenreaktionen und Expertenkritik

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hatte bei der Vorstellung der Prämie im Januar prognostiziert, dass die neue Kaufförderung der deutschen und europäischen Autobranche einen deutlichen Schub verleihen werde. Nach Angaben Schneiders lag die Hälfte der Haushalte, die in den vergangenen Jahren ein Elektroauto angeschafft haben, unter der 80.000-Euro-Grenze.

Die Onlineplattformen Meinauto.de und Carwow sowie der Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, Thomas Peckruhn, bestätigten auf Anfrage, dass das Kundeninteresse kurz nach der Ankündigung der neuen Förderung sprunghaft angestiegen sei.

Allerdings übte Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer deutliche Kritik an der neuen Prämie. Er bezeichnete die Zahlung als "ein steuerfinanziertes Förderprogramm", das der Markt eigentlich nicht benötige. Schließlich hätten schon vor ihrer Einführung steigende Rabatte auf Elektroautos deren Absatz erfolgreich angetrieben. Diese Kritik wirft grundsätzliche Fragen nach der Notwendigkeit und Effektivität staatlicher Markteingriffe auf.

Marktentwicklung und beliebteste Modelle

Nach aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes kamen im vergangenen Jahr die elf am häufigsten neu zugelassenen reinen Elektroautos aus dem VW-Konzern oder der BMW-Gruppe. An der Spitze standen dabei der ID.7 und der ID.3 von Volkswagen. Bei Plug-in-Hybriden ist die Situation weniger eindeutig, allerdings stammen auch hier sieben der zehn beliebtesten Modelle von BMW, Mercedes oder aus dem VW-Konzern. Diese Marktkonzentration zeigt die Dominanz etablierter deutscher Hersteller im Elektroauto-Segment.

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