Die Schließung mehrerer Abteilungen in den beiden großen Potsdamer Krankenhäusern könnte ein Nachspiel im Brandenburger Landtag haben. Die AfD-Fraktion hat eine Sondersitzung des Gesundheitsausschusses für die Zeit während der parlamentarischen Sommerpause beantragt. Das kündigte AfD-Fraktionschef Hans-Christoph Berndt an. Einen konkreten Termin gibt es zunächst nicht. Die AfD-Fraktion verfügt über genügend Stimmen, damit der Ausschuss zustande kommt. In der Sommerpause muss laut Landtag jedoch noch das Präsidium zustimmen.
Kliniken streichen Angebote
Das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam wird die Orthopädie und die Gefäßchirurgie nicht mehr vorhalten. Das Alexianer St. Josefs-Krankenhaus Potsdam schließt die Neurologie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Beide Kliniken geben die Krankenhausreform als Grund an. Sie wollen die Leistungen nicht mehr parallel anbieten. Wegen fehlenden Personals stellte die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am St. Josefs-Krankenhaus ihre Arbeit bereits ein.
AfD befürchtet Versorgungseinschränkungen
Die AfD-Gesundheitspolitikerin Daniela Oeynhausen befürchtet angesichts der Streichung der Angebote negative Folgen für Patientinnen und Patienten. „Diese Schließungen werden die medizinische Versorgung in der Region verschlechtern“, sagte Oeynhausen. Sie fragte auch, welchen Stellenwert ein Maximalversorger wie das Klinikum Ernst von Bergmann habe, „wenn so eine wichtige Abteilung wie die Gefäßchirurgie nicht mehr vor Ort ist“. Im Gesundheitsausschuss mit 13 Vertretern kommen regelmäßig die Fachpolitiker der vier Fraktionen zusammen.
Hintergrund der Krankenhausreform
Die Krankenhausreform soll Kosten senken und die Qualität der Versorgung erhöhen. Als Folge spezialisieren sich Kliniken und schließen Angebote. Eine Grundversorgung soll nach dem Willen der Brandenburger Landesregierung flächendeckend bestehen bleiben. Zur Krankenhausreform kommt noch die Gesundheitsreform, die ebenfalls Auswirkungen auf die Kliniken hat.



