Rechtsextreme feiern Niederlage als Erfolg: „Unsere Zeit ist gekommen“
Rechtsextreme feiern Niederlage als Erfolg

Als am Sonntagabend feststand, dass der Rechtsextremist Stefan Hartung die Oberbürgermeisterwahl im sächsischen Aue-Bad Schlema verloren hatte, hätte man in der Szene Enttäuschung erwarten können. Doch auf Telegram wird die Niederlage als Quasi-Erfolg erzählt. Die Stimmung unter Rechtsextremen ist euphorisch: „Unsere Zeit ist gekommen“, heißt es vielerorts. Die Szene glaubt an einen historischen Durchbruch. Diskutiert wird nicht mehr, ob das eigene Lager gewinnt – sondern was danach geschehen soll.

Telegram-Kanäle feiern knappes Ergebnis

Auf einschlägigen Telegram-Kanälen wird das Abschneiden Hartungs als Beleg für den wachsenden Rückhalt in der Bevölkerung gedeutet. Mit 47,5 Prozent der Stimmen habe er nur knapp verloren. „Das ist ein Signal, dass die Bürger die Systemparteien satt haben“, kommentiert ein Nutzer. Die Szene sieht sich bestätigt: Der Durchbruch sei nur eine Frage der Zeit.

Diskussion über die Zeit nach dem Sieg

In den Kommentarspalten wird bereits darüber debattiert, welche Maßnahmen nach einem Wahlsieg ergriffen werden sollten. Von „Remigration“ bis zur „Entmachtung der Altparteien“ reichen die Fantasien. Die Euphorie zeigt, dass die rechtsextreme Szene sich in einer Aufbruchstimmung befindet und die Niederlage als moralischen Erfolg verbucht.

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Experten warnen vor einer Verharmlosung der Entwicklung. Die zunehmende Radikalität und die Bereitschaft, selbst knappe Niederlagen als Siege zu interpretieren, könnten die Hemmschwelle für extremistische Handlungen senken. Die Behörden beobachten die Szene genau.

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