Amoklauf in Schongau: Generalstaatsanwaltschaft ermittelt wegen Extremismusverdacht
Amoklauf Schongau: Generalstaatsanwaltschaft ermittelt

Generalstaatsanwaltschaft übernimmt Ermittlungen

Nach dem Amoklauf am Gymnasium Schongau hat die Generalstaatsanwaltschaft München die Ermittlungen übernommen. Grund ist ein dringender Extremismusverdacht gegen den mutmaßlichen Täter. Laut SPIEGEL-Recherchen war der 17-jährige Schüler im Dezember 2025 für eine Woche vom Unterricht suspendiert worden. Zudem soll er kurz vor der Tat noch in einem sogenannten Incel-Forum aktiv gewesen sein.

Hintergründe zur Tat

Der Amoklauf ereignete sich am vergangenen Mittwoch, dem 8. Juli 2026. Der Schüler eröffnete das Feuer auf dem Schulgelände und tötete zwei Mitschüler sowie eine Lehrerin. Mehrere weitere Personen wurden verletzt. Der Täter konnte von der Polizei überwältigt und festgenommen werden. Die Ermittler gehen von einer Einzeltat aus.

Extremistisches Motiv im Fokus

Die Generalstaatsanwaltschaft prüft nun, ob die Tat aus einer extremistischen Gesinnung heraus begangen wurde. Insbesondere die Verbindung zur Incel-Szene, einer online-basierten Subkultur, die sich als frauenfeindlich und gewaltbereit zeigt, steht im Fokus. „Wir untersuchen, ob der Täter von einer radikalen Ideologie beeinflusst war“, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft.

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Schulverweis und Radikalisierung

Nach SPIEGEL-Informationen war der Schüler bereits im Dezember 2025 für eine Woche suspendiert worden, nachdem er mehrfach durch aggressives Verhalten aufgefallen war. Schulleitung und Lehrkräfte hatten versucht, ihn pädagogisch zu betreuen. Offenbar hatte er sich jedoch zunehmend in Online-Foren radikalisiert. „Es gibt Hinweise, dass er sich in den Wochen vor der Tat intensiv mit extremistischen Inhalten beschäftigt hat“, so ein Ermittler.

Reaktionen und politische Debatte

Der Amoklauf hat bundesweit Entsetzen ausgelöst. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder sprach von einer „unfassbaren Tragödie“ und kündigte eine Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen an Schulen an. Die Tat wirft erneut Fragen nach dem Umgang mit Radikalisierung im Internet und der Früherkennung von Gewaltpotenzial an Schulen auf.

Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Die Generalstaatsanwaltschaft hat eine Sonderkommission eingerichtet, die die Hintergründe der Tat umfassend aufklären soll. Neben der Auswertung von Chatprotokollen und Forenbeiträgen werden auch Zeugen befragt. Der Täter befindet sich in Untersuchungshaft. Ein psychiatrisches Gutachten wurde angeordnet.

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