Die Antiterroreinheit der britischen Polizei hat im Fall der getöteten Ex-Ministerin Ann Widdecombe die Ermittlungen übernommen. Nach der Festnahme eines 28-jährigen Mannes am Wochenende seien „neue Informationen und Beweise“ bekannt geworden, teilten die Ermittler mit. Weitere Details wurden am Mittag nicht genannt. Zunächst war bei dem aufsehenerregenden Fall nicht von einem terroristischen Hintergrund ausgegangen worden.
Innenministerin bestätigt Terrorverdacht
„Nach neuen Informationen und Beweisen leitet die Anti-Terror-Polizei nun die Ermittlungen zum schrecklichen Mord an Ann Widdecombe“, schrieb die britische Innenministerin Shabana Mahmood auf der Plattform X. „Die Polizei verfolgt mehrere Ermittlungsansätze, um das Motiv für diesen Angriff zu klären.“ Bei dem Verdächtigen handelt es sich den Angaben zufolge um einen Briten.
Der Fall Widdecombe
Die 78 Jahre alte frühere Abgeordnete und Brexit-Befürworterin Widdecombe war am vergangenen Donnerstag in ihrem Haus im Dartmoor in der Grafschaft Devon tot aufgefunden worden. Ihre Leiche wies schwere Verletzungen auf. Daraufhin wurde eine Mordermittlung eingeleitet.
Widdecombe war jahrelang Abgeordnete für die Konservativen im britischen Unterhaus und saß schließlich als überzeugte Befürworterin des EU-Austritts für die Partei von Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage als Abgeordnete im Europäischen Parlament. Später war sie Sprecherin der Nachfolgepartei Reform UK.
Ultrakonservative Positionen
Die zum Katholizismus übergetretene Politikerin vertrat ultrakonservative Ansichten. So forderte sie etwa die Wiedereinführung der Todesstrafe, sprach sich gegen die gleichgeschlechtliche Ehe und die Selbstbestimmung von trans Personen über deren Geschlecht aus. Den Brexit verglich sie mit der Sklavenbefreiung.
Auch im britischen Unterhaltungsfernsehen war Widdecombe keine Unbekannte: Sie trat etwa bei der Tanzshow „Strictly Come Dancing“ und bei „Celebrity Big Brother“ auf.



