Berlin benennt Straße nach Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem
Berlin: Straße nach Yad Vashem benannt

In Berlin-Mitte wird ein Abschnitt der Dorotheenstraße im Regierungsviertel künftig den Namen der Internationalen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem tragen. Wie eine Sprecherin des Senats mitteilte, ist die offizielle Umbenennung für den 20. Januar 2027 vorgesehen – dem 85. Jahrestag der Wannseekonferenz.

Historischer Hintergrund der Wannseekonferenz

Am 20. Januar 1942 hatten hochrangige Vertreter des NS-Regimes in einer Villa am Wannsee über die systematische Ermordung von bis zu elf Millionen Juden in Europa beraten. Ziel dieser Besprechung war es, die bereits laufende Vernichtung zu koordinieren und zu beschleunigen. Die Konferenz gilt als eines der zentralen Ereignisse bei der Planung des Holocausts.

Symbolkraft des Datums

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) betonte die Bedeutung der Benennung: „Mit der Yad-Vashem-Straße erhält die Gedenkstätte einen besonderen Ort mitten im Regierungsviertel. Berlin zeigt damit deutlich: Die Erinnerung an die Schoah und an dieses im deutschen Namen begangene Menschheitsverbrechen bleibt ein fester und unverrückbarer Teil unserer Geschichte.“ Auch der Freundeskreis Yad Vashem, der die Initiative angestoßen hatte, zeigte sich erfreut. Vorsitzender Kai Diekmann erklärte: „Die Symbolik des Datums ist enorm. Es hätte kaum ein besseres für den Tag der Umbenennung geben können. Damit setzt Berlin ein starkes Zeichen gegen Judenhass und für die Wahrung der Erinnerung an das in deutschem Namen verübte Menschheitsverbrechen.“

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Bereits erfolgte Zustimmung des Bundestags

Der Senatsbeschluss ermöglicht es dem Bezirk Mitte, den betreffenden Straßenabschnitt offiziell umzubenennen. Es handelt sich um den Teil der Dorotheenstraße, der auf das Reichstagsgebäude zuläuft, zwischen Wilhelmstraße im Osten und Ebertstraße im Westen. Der Bundestag hatte der Umbenennung bereits im Ältestenrat zugestimmt. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) würdigte den Schritt: „Straßennamen prägen unser Gedächtnis im Alltag. Die Benennung der Yad-Vashem-Straße ist daher weit mehr als nur die Änderung eines Straßennamens. Yad Vashem steht weltweit für das Gedenken an die Opfer der Schoah und die Verpflichtung, das Unfassbare nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.“

Die Umbenennung ist Teil der Berliner Bemühungen, die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten und ein sichtbares Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen. Die Yad-Vashem-Straße wird künftig an die sechs Millionen ermordeten Juden und die Bedeutung der Gedenkstätte in Jerusalem erinnern.

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