Für Felix Zwayer ist die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 nach nur zwei Einsätzen in der Vorrunde beendet. Der deutsche Schiedsrichter kam bei seiner WM-Premiere nicht über die Gruppenphase hinaus und wurde von der FIFA-Führung um Schiedsrichterboss Pierluigi Collina für die K.o.-Runde nicht berücksichtigt. Eine symbolische Ohrfeige für den 45-Jährigen und das deutsche Schiedsrichterwesen.
Nur zwei Spiele für Zwayer – DFB zeigt sich enttäuscht
Knut Kircher, deutscher Schiedsrichterboss, brachte den Frust seines Schützlings mit großer Zurückhaltung auf den Punkt: „Natürlich möchte man als Sportler maximal viel erreichen und ist erstmal enttäuscht, wenn man trotz seiner Qualitäten nur zu zwei Spielen angesetzt wird.“ Er fügte hinzu: „Auf der anderen Seite wird vermutlich dann nach etwas Zeit der Stolz und die Freude überwiegen, an solch einem Turnier dabei gewesen zu sein.“ Zwayer leitete in der Vorrunde die Partien zwischen Co-Gastgeber USA und Australien (2:0) sowie ein weiteres Spiel. Ein Einsatz im Achtelfinale blieb ihm verwehrt; lediglich als Vierter Offizieller beim Achtelfinale zwischen Spanien und Portugal (0:1) war er dabei – ein schwacher Trost.
FIFA setzt auf andere Schiedsrichter – Zwayer bleibt außen vor
Die Entscheidung der FIFA, Zwayer nicht weiter einzusetzen, sorgt für Unverständnis. Während andere Unparteiische in der entscheidenden Turnierphase immer wieder im Zentrum der Kritik standen, bekam der Berliner keine Chance. Die Gründe für das mangelnde Vertrauen von Collina und seinem Team blieben im Dunkeln. Kircher lobte Zwayer dennoch: „Wir sind als DFB Schiri GmbH sehr stolz auf die Leistung von Felix Zwayer und seinem Team bei dieser WM.“ Er verwies darauf, dass Bastian Dankert als einer der erfahrensten Videoassistenten weltweit noch im Turnier sei: „Wir drücken ihm weiter die Daumen.“
Zwayers schwierige Vergangenheit – Manipulationsskandal überschattet Karriere
Für Zwayer war es nicht die erste Enttäuschung in seiner Laufbahn. Vor viereinhalb Jahren geriet er in den Strudel des Manipulationsskandals um Robert Hoyzer, als der damalige Dortmunder Star Jude Bellingham seine Verstrickung erneut thematisierte. Die heftige Debatte brachte Zwayer an den Rand des Rücktritts. Kircher betonte: „Er ist sehr professionell in seiner Einstellung auf und neben dem Platz. Er hat sehr, sehr hohe Grundlagen von Fitness, Regelkenntnis und Spielvorbereitung, das zeichnet ihn aus.“
UEFA vertraute Zwayer – FIFA sieht das anders
Vor zwei Jahren wurde Zwayer von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) noch hoch geschätzt. Bei der Heim-EM 2024 erhielt der Immobilienkaufmann gute Kritiken und durfte vier Partien leiten, darunter das Halbfinale zwischen England und den Niederlanden (2:1). Die FIFA hingegen zeigte sich skeptisch. So bleibt Zwayers WM-Debüt vor allem durch eine Verletzungspause im Spiel USA gegen Australien in Erinnerung – ein enttäuschender Abschluss für den deutschen Referee.



