Friedensdemo am Brandenburger Tor: Kurswechsel gefordert
Friedensdemo am Brandenburger Tor: Kurswechsel gefordert

Mehrere Hundert Menschen haben sich am frühen Nachmittag auf dem Platz des 18. März am Brandenburger Tor versammelt, um für Frieden, Freiheit und Grundrechte zu demonstrieren. Das Bündnis „Wir sind viele“ hatte zu der Kundgebung aufgerufen, die unter dem Motto „Frieden, Freiheit und Grundrechte“ stand. Zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer brachten Fahnen mit Friedenstauben mit; auf Transparenten waren Parolen wie „Keine Waffen in Kriegsgebiete“, „Stoppt Nato-Kriege“, „1. Weltfrieden satt 3. Weltkrieg“ und „Russland + Deutschland = Freundschaft“ zu lesen.

Kurswechsel in der Außen- und Sicherheitspolitik gefordert

Das Bündnis „Wir sind viele“ verlangt von der Bundesregierung einen grundlegenden Kurswechsel in der Außen- und Sicherheitspolitik. Konkret bedeutet das aus Sicht der Organisatoren einen sofortigen Stopp aller Rüstungsexporte – einschließlich der Waffenlieferungen an die Ukraine, die vor rund viereinhalb Jahren von Russland angegriffen wurde. Der Aufruf richtet sich damit gegen die Linie der Bundesregierung, die eine Unterstützung der Ukraine mit Waffen ausdrücklich befürwortet. Diese Haltung wird seit Monaten kontrovers in der Öffentlichkeit diskutiert.

Auf der Bühne am Brandenburger Tor waren zunächst mehrere Redebeiträge vorgesehen, bevor die Demonstranten zu einem Zug durch die Innenstadt aufbrechen sollten. Geplant war ein Demonstrationszug zum Alexanderplatz und von dort wieder zurück zum Brandenburger Tor. Dort war für den späten Nachmittag eine Abschlusskundgebung vorgesehen.

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Polizei meldet keine besonderen Vorkommnisse

Nach Angaben der Berliner Polizei verlief die Kundgebung bis zum Nachmittag ohne besondere Vorkommnisse. Sowohl die Polizei als auch die Veranstalter gaben die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit rund 600 an. Damit bewegte sich die Beteiligung in der Größenordnung vergleichbarer Friedensdemonstrationen der vergangenen Jahre in der Hauptstadt.

Die Stimmung auf dem Platz blieb nach übereinstimmenden Berichten ruhig und friedlich. Die Versammlung verlief nach Polizeiangaben geordnet; Hinweise auf Zwischenfälle gab es nicht.

Tradition der August-Demonstrationen

Das Bündnis „Wir sind viele“ ruft bereits seit mehreren Jahren jeweils Anfang August zu einer Demonstration in Berlin auf. Neben dem Stopp von Waffenexporten fordert die Organisation außerdem eine umfassende Aufarbeitung der politischen Entscheidungen und Maßnahmen während der Corona-Pandemie. Dieser Doppel-Forderungskatalog verleiht der Kundgebung eine feste Verankerung im Protestkalender der Hauptstadt.

Die diesjährige Demonstration ist Teil einer Reihe von Kundgebungen, die das Bündnis seit mehreren Jahren jeweils Anfang August in Berlin abhält. Der Platz des 18. März, an dem sich die Demonstranten versammelt haben, erinnert an die Revolution von 1848 und die friedliche Revolution in der DDR. Die Wahl dieses Ortes am Brandenburger Tor verlieh der Kundgebung eine besondere symbolische Bedeutung.

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