Die US-Einwanderungsbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) hat erneut einen Mann bei einem Einsatz erschossen. Der Vorfall ereignete sich am Montag im Bundesstaat Maine, wie die Behörde mitteilte. Es ist der zweite tödliche Schusswaffeneinsatz von ICE-Beamten innerhalb weniger Tage.
Details zum Vorfall in Maine
Nach Angaben von ICE wurden die Beamten zu einem Einsatz in einer nicht näher bezeichneten Ortschaft in Maine gerufen. Bei dem Versuch, eine Person festzunehmen, kam es zu einer Auseinandersetzung, bei der ein Beamter seine Dienstwaffe einsetzte. Der Mann erlag seinen Verletzungen am Tatort. Die Identität des Getöteten und die genauen Umstände des Schusswaffengebrauchs sind noch unklar. ICE kündigte eine interne Untersuchung an, während das FBI ebenfalls Ermittlungen aufgenommen hat.
Zweiter Vorfall binnen einer Woche
Erst vergangene Woche hatte ein ICE-Beamter bei einer Verkehrskontrolle in Kalifornien einen mexikanischen Staatsbürger erschossen. Der Vorfall löste landesweit Empörung aus und führte zu Protesten von Migrantenrechtsorganisationen. In beiden Fällen betont die Behörde, dass die Beamten nach geltenden Richtlinien gehandelt hätten. Kritiker werfen ICE hingegen eine zunehmende Militarisierung und eine zu aggressive Durchsetzung der Einwanderungsgesetze vor.
Reaktionen und Ausblick
Die jüngsten Todesfälle haben die Debatte über die Rolle von ICE und den Einsatz von Gewalt durch Bundesbeamte neu entfacht. Der demokratische Abgeordnete für Maine, Jared Golden, forderte eine vollständige Transparenz bei den Ermittlungen. „Jeder Tod durch Strafverfolgungsbeamte muss gründlich und unabhängig untersucht werden“, sagte Golden. Auch der Gouverneur von Maine, Janet Mills, äußerte sich besorgt und betonte die Notwendigkeit von Reformen. Die Vorfälle ereignen sich vor dem Hintergrund eines verschärften Kurses in der Einwanderungspolitik unter der aktuellen US-Regierung. Experten warnen vor einer weiteren Eskalation, wenn nicht in Deeskalationstaktiken und kulturelle Sensibilisierung investiert werde.



