Bei einem Einsatz der US-Einwanderungsbehörde ICE in Biddeford, Maine, ist es zu einer tödlichen Verwechslung gekommen. Das Opfer, ein 26-jähriger Kolumbianer, war nicht die Person, nach der die Beamten suchten. Dies bestätigte Senator Angus King unter Berufung auf das Heimatschutzministerium. Der Vorfall ereignete sich am Montag, als ICE-Beamte einen Abschiebebescheid durchsetzen wollten. Der Fahrer versuchte zu fliehen, worauf ein Beamter das Feuer eröffnete und den Mann tödlich traf.
Verwechslung und Aufenthaltserlaubnis
Der getötete Kolumbianer besaß eine gültige Aufenthaltserlaubnis für die USA, wie Hilfsorganisationen mitteilten. Senator King hatte zunächst fälschlich behauptet, gegen den Mann habe ein Haftbefehl wegen seines Aufenthaltstitels vorgelegen. Nach einem zweiten Gespräch mit Heimatschutzminister Markwayne Mullin korrigierte er sich. Der ICE-Beamte wurde suspendiert, und das FBI leitete Ermittlungen ein.
Reaktionen in Biddeford
In der 23.000-Einwohner-Stadt gingen Dutzende Menschen auf die Straße, um gegen ICE zu protestieren. Bürgermeister Liam LaFountain forderte „klare Antworten“. Die Kongressabgeordnete Chellie Pingree zeigte sich „zutiefst beunruhigt und wütend“. Gouverneurin Janet Mills nannte das Vorgehen „rücksichtslos“ und „planlos“. Senator King verlangte eine „vollständige, transparente und offene Untersuchung“ und bemängelte, dass die Beamten keine Körperkameras trugen.
Hintergrund: Eskalation der ICE-Einsätze
Es ist der vierte Todesfall bei ICE-Einsätzen seit Jahresbeginn. Vergangene Woche erschoss ein ICE-Mitarbeiter in Houston einen Mexikaner. Im Januar wurden in Minneapolis die US-Bürger Renee Good und Alex Pretti getötet. Das Heimatschutzministerium berief sich in den meisten Fällen auf Notwehr, obwohl Augenzeugen widersprechen. Diese Vorfälle heizen die Proteste gegen die Massenabschiebungen unter Präsident Donald Trump an.



