Die iranische Führung hat ihre Drohungen gegen westliche Politiker verschärft: Auf einer vom Regime lancierten „Todesliste“ der Zeitung „Hamshahri“ findet sich auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Das Blatt veröffentlichte am Samstag eine Grafik mit Einschusslöchern und Fadenkreuzen, auf der neben Merz auch US-Präsident Donald Trump, Israels Premier Benjamin Netanyahu, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni und der britische Premier Keir Starmer abgebildet waren. Hintergrund ist die Ankündigung des neuen Obersten Führers Irans, Mojtaba Khamenei, „Vergeltung“ für den Tod seines Vaters Ali Khamenei zu üben. Ali Khamenei war am 28. Februar bei einem US-israelischen Angriff getötet worden.
Henrichmann: „Verzweiflung und Aggressivität Teherans“
Der Vorsitzende des Geheimdienste-Kontrollgremiums des Bundestags, Marc Henrichmann (CDU), zeigte sich alarmiert. Die Liste sei ein Zeichen für „die Verzweiflung, aber auch die Aggressivität Teherans“. Das Regime versuche, „nach empfindlichen Schwächungen seine Macht und seinen Einfluss in der Region zurückzugewinnen“. Henrichmann warnte vor konkreten Anschlagsplänen: „Wir müssen davon ausgehen, dass Irans Geheimdienste auch mit Angriffen in Europa tätig werden.“ Auch der CDU-Sicherheitspolitiker Roderich Kiesewetter äußerte sich ähnlich. „Ich gehe davon aus, dass das Terrorregime bereits seit geraumer Zeit gezielte Tötungen und Terroranschläge im Westen und auch in Deutschland plant und vorbereitet“, sagte Kiesewetter dem „Handelsblatt“. Er forderte die Ausweisung iranischer Diplomaten.
Bundesinnenministerium prüft Hinweise
Die deutschen Sicherheitsbehörden reagieren auf die gestiegene Bedrohungslage. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums teilte mit, man gehe „verschiedenen Hinweisen zu mutmaßlichen Ausspähungen oder Vorbereitungen zu möglichen Anschlägen nach“. Die erneute Eskalation des Konflikts zwischen den USA und Iran habe nach derzeitiger Einschätzung allerdings „keine Verschärfung der ohnehin hohen Gefährdungslage in Deutschland zur Folge“. Die Veröffentlichung der Zeitung habe man zur Kenntnis genommen. Der militärische Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran ist nach einer zeitweisen Feuerpause erneut aufgeflammt. Täglich gibt es gegenseitige Luftangriffe in der Region, die auch den Welthandel an der Straße von Hormus beeinträchtigen.



