Koalition der Willigen berät in Paris über Sicherheitsgarantien für die Ukraine
Die vorwiegend europäische "Koalition der Willigen" kommt heute in Paris zu Beratungen zusammen. Ziel des Treffens ist es, die Rolle Europas bei Sicherheitsgarantien und der Bereitstellung möglicher Sicherungstruppen für die Ukraine zu klären – für den Fall, dass der russische Angriffskrieg endet. Die Koalition wurde voriges Jahr auf Initiative des französischen Präsidenten Emmanuel Macron und des britischen Premierministers Keir Starmer ins Leben gerufen, um die Ukraine militärisch und politisch zu stärken und für den Tag X bereit zu sein.
Realität in der Ukraine: Krieg eskaliert weiter
Während die europäischen Staats- und Regierungschefs in Paris über die Zukunft beraten, ist die Lage in der Ukraine weiterhin dramatisch. Die russische Armee intensiviert ihre Angriffe auf die Zivilbevölkerung. Am Wochenende gab es schwere Attacken mit Raketen, Drohnen und Gleitbomben unter anderem in den Regionen Sumy, Odessa, Slowjansk, Saporischschja und Kyjiw. Dabei wurden mehrere Menschen getötet und verletzt, darunter auch ein Kind. Die ukrainische Flugabwehr ist zunehmend überfordert, es fehlt an Munition für die Abwehrsysteme.
Präsident Wolodymyr Selenskyj trauert zudem um den überraschend verstorbenen republikanischen Senator Lindsey Graham, der als einer der größten Unterstützer der Ukraine im US-Senat galt. Graham war noch am Freitag in Kyjiw und feierte am Donnerstag seinen Geburtstag.
Iran: Regime zeigt Stabilität, Konflikt mit USA geht weiter
Im Iran hat das Regime sechs Tage lang den getöteten Obersten Führer Ajatollah Ali Khamenei zu Grabe getragen – eine Machtdemonstration, um zu zeigen, dass es auch nach vier Monaten Dauerbombardierung durch die mächtigsten Armeen der Welt stabil steht. Nicht alle Anhänger goutieren das: Präsident Masoud Pezeshkian und Außenminister Abbas Araghchi konnten sich offenbar gerade so vor einem wütenden Mob retten.
Noch bevor Khamenei beigesetzt wurde, gingen die gegenseitigen Angriffe mit den USA weiter. US-Präsident Donald Trump erklärte das Mitte Juni vereinbarte Rahmenabkommen für hinfällig und damit auch die Waffenruhe. Auf US-Angriffe antwortete Iran mit Attacken auf amerikanische Militäreinrichtungen in der Region. Derzeit scheint es weder ein Vor noch ein Zurück zu geben. Iranexperte Ali Vaez sagt: "Die Weiterführung des heißen Konflikts würde die Parteien nicht in eine grundlegend andere Lage versetzen als die, in der sie sich jetzt befinden." Die Kontrolle über die Meerenge von Hormus sei zum wichtigsten Druckmittel des iranischen Regimes geworden.
Sabotage auf Bahnstrecke Köln–Düsseldorf
Am Freitag kam es zu einem mutmaßlichen Sabotageakt auf der Strecke zwischen Köln und Düsseldorf, einer der wichtigsten Bahnverbindungen Deutschlands. Kurz hinter Leverkusen stiegen an zwei Stellen aus Kabelschächten Flammen auf. Der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen. Die Strecke war mehr als einen Tag lahmgelegt, tausende Reisende mussten bei hohen Temperaturen unter massiven Verspätungen und Zugausfällen leiden.
Auf der linksradikalen Plattform Indymedia wurde ein mutmaßliches Bekennerschreiben der Gruppe "Kommando Angry Birds" veröffentlicht. Darin heißt es: "Wir befinden uns mitten in einem Massensterben. Wird es nicht aufgehalten, wird ihm über kurz oder lang auch die Menschheit zum Opfer fallen." Die Verfasser sehen den Grund in der "technologischen Eskalation" und fordern die Beseitigung industrieller Technologie, auch durch Sabotageakte. Die Feuerwehr bedankten sie für die Eindämmung des Brandes.
Schweizer Nationaltrainer Murat Yakın im Fokus
Gewinner des Tages ist Murat Yakın, Nationaltrainer der Schweiz. Er hat die Schweiz nach 72 Jahren erstmals wieder bis zu einem Viertelfinale bei einer Weltmeisterschaft geführt. Der Sohn türkischer Einwanderer, der als Arbeiterkind in bescheidenen Verhältnissen aufwuchs, sorgte zudem für Schlagzeilen, als er sich über die Coolness seiner Brille lustig machte. Nachdem der britische Entertainer James Corden Yakıns Look mit Bösewichten aus James-Bond-Filmen verglich, drehte der Schweizer Fußballverband ein Video, in dem Yakın sagt: "Wir Schweizer sind keine Bösewichte." Böse Absichten habe er nur auf dem Platz. Die Schweiz ist gegen Argentinien ausgeschieden.



