Die Ukraine wird nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj bis zum Jahresende in der Lage sein, Raketen für das US-Luftabwehrsystem Patriot selbst herzustellen. Dies gab Selenskyj vor Journalisten bekannt und betonte, dass sein Land technisch dazu in der Lage sein werde. Zudem verfüge die Ukraine über einen Entwurf für eine Startrampe und eine Rakete für das europäische Raketenabwehrprojekt Freyja.
EU und Ukraine schließen Drohnen-Deal
Die Europäische Union und die Ukraine haben eine neue Partnerschaft zur gemeinsamen Produktion von Drohnen geschlossen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte dies bei einem Besuch in Kyjiw an. Ziel sei es, die Stärken beider Seiten zu verbinden. „Das Wissen, das die Ukraine über den Einsatz von Drohnen und Drohnenabwehrsystemen erworben hat, ist wahrhaft einzigartig“, sagte von der Leyen. Europa verfüge hingegen über enorme technologische und industrielle Kapazitäten sowie sichere Produktionsstandorte. Der „Drohnen-Deal“ soll Investitionen und Produktion entscheidend steigern.
Ukraine meldet Offensive gegen russische Tanker
Die ukrainischen Drohnentruppen haben nach eigenen Angaben eine Offensive gegen russische Tanker im Schwarzen Meer gestartet. Der Chef der Drohnentruppen, Robert Browdi, erklärte auf Telegram, dass in der Nacht zum 15. Juli die ersten 20 Tanker getroffen worden seien. Darunter seien 17 Öltanker, zwei Gastanker und ein Schleppschiff. Zuvor hätten die Ukrainer im Asowschen Meer bereits 116 Schiffe angegriffen. Die Angriffe zielen darauf ab, die russische Treibstoffversorgung zu unterbrechen und Moskaus Ölexporte zu behindern.
Geheimdienst: Russland hat große Rekrutierungsprobleme
Der ukrainische Auslandsgeheimdienst (SZRU) sieht große Probleme des Kremls bei der Rekrutierung von Vertragssoldaten. Das Tempo der Anwerbung habe sich verlangsamt; derzeit würden täglich etwa 1070 bis 1090 neue Soldaten angeworben. Nach Einschätzung des Geheimdienstes reicht dies nicht aus, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Zur Kompensation senke das russische Militär die Anforderungen und rekrutiere verstärkt Angehörige indigener Völker, Bewohner besetzter ukrainischer Gebiete, Studierende und Arbeitsmigranten aus Zentralasien. Gegenüber Arbeitsmigranten werde administrativer Druck und Einschüchterung eingesetzt.
Selenskyj schlägt Naftogaz-Chef als neuen Ministerpräsidenten vor
Präsident Selenskyj will Serhij Korezkyj, den Chef des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz, zum neuen Ministerpräsidenten nominieren. Die Vorbereitung auf den Winter habe oberste Priorität, sagte Selenskyj. Das Parlament soll voraussichtlich am Donnerstag abstimmen; eine Zustimmung gilt als sicher. Die bisherige Regierungschefin Julija Swyrydenko war zuvor zurückgetreten. Mit einer umfassenden Regierungsumbildung wird gerechnet.
Zerstörungen in der Ostukraine
Durch russischen Beschuss sind im Gebiet Donezk mindestens zwei Menschen getötet und acht verletzt worden. Der Militärgouverneur Wadym Filaschkin teilte mit, dass die Siedlung Jasna Poljana und die Stadt Kramatorsk angegriffen wurden. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen die russische Invasion.
China weist US-Sanktionspläne zurück
China hat US-Pläne für verschärfte Sanktionen gegen Käufer russischer Energie scharf kritisiert. Außenamtssprecher Lin Jian warf Washington „doppelten Standard und Nötigung“ vor. China ist einer der größten Abnehmer russischen Öls. Ein überparteilicher Gesetzesentwurf von US-Senatoren hatte die Zustimmung von US-Präsident Donald Trump gefunden. China lehne einseitige Sanktionen ab, die nicht im Völkerrecht verankert seien.
Ukraine erhält Zugang zu EU-Rüstungsprogrammen
Die Ukraine hat Vereinbarungen über den Zugang zu EU-Verteidigungsprogrammen und Fördermitteln in Höhe von 300 Millionen Euro unterzeichnet. Ukrainische Unternehmen können über das Instrument „BraveTech EU Ukraine“ 260 Millionen Euro für Produktionsausbau und 35,3 Millionen Euro für Innovationszuschüsse abrufen.



