Tabaksteuer: Streeck befürwortet höhere Zigarettenpreise ab 2026
Tabaksteuer: Streeck für höhere Zigarettenpreise

Der Suchtbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck, hat die geplante Anhebung der Tabaksteuer befürwortet. Im Deutschlandfunk sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete: „Meinetwegen kann die Tabaksteuer noch höher gehen, aber ich bin sehr zufrieden mit dem Änderungsantrag, der vorliegt.“ Die schwarz-rote Koalition plant, die Steuer so zu erhöhen, dass die erwarteten Mehreinnahmen im Jahr 2027 rund 0,8 Milliarden Euro mehr betragen – eine Verdopplung gegenüber dem ursprünglichen Regierungsentwurf.

Steuererhöhung soll Prävention finanzieren

Die zusätzlichen Einnahmen sollen nach Streecks Vorstellung in Programme zur Raucherentwöhnung und Prävention fließen. „Es geht auch darum, dass junge Leute gar nicht erst anfangen mit dem Rauchen und dass Raucher damit aufhören“, betonte der Mediziner. Laut Statistischem Bundesamt raucht in Deutschland etwa jeder fünfte Mensch ab 15 Jahren.

Konkret würde eine Packung mit 20 Zigaretten im kommenden Jahr durchschnittlich 9,10 Euro kosten – 33 Cent mehr als bislang erwartet. In den Folgejahren soll der Preis schrittweise steigen. Für 2030 wird ein Durchschnittspreis von 11,78 Euro prognostiziert.

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Tabakbranche warnt vor Schwarzmarkt

Die Tabaklobby kritisierte die Koalitionspläne scharf. Jan Mücke vom Branchenverband BVTE bezeichnete die erwarteten Steuermehreinnahmen als „reine Fantasie“. Er argumentiert: „Der Konsument ist preissensibel.“ Bereits die Anfang 2026 erfolgte Erhöhung der Tabaksteuer um 15 Cent habe zu sinkenden legalen Steuereinnahmen geführt. Viele Raucher wichen auf billigere illegale Zigaretten aus, was den Schwarzmarkt weiter befeuern würde.

Streeck wies dieses Argument zurück: „Es wird immer gesagt, dass es den Schwarzmarkt nur befeuert, aber in meinen Augen kann der Schwarzmarkt, also ein Regelbruch, kein Vetorecht dabei sein.“ Er verwies auf die hohen Kosten des Rauchens für das Gesundheitswesen: „Rauchen verursacht jedes Jahr Kosten von 30 Milliarden Euro. Da muss man nach dem Verursacherprinzip denken: Wer solche Kosten im Gesundheitswesen verursacht, der muss sich auch mehr an diesen Kosten beteiligen.“

Auswirkungen auf Raucher und Steuereinnahmen

Die geplante Steuererhöhung ist Teil eines umfassenderen Ansatzes, den Tabakkonsum in Deutschland zu reduzieren. Neben der Preissteigerung sollen auch Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen verstärkt werden. Die Tabakbranche befürchtet jedoch einen deutlichen Rückgang der legalen Verkäufe und damit sinkende Steuereinnahmen. Streeck hält dagegen: Die langfristigen gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Vorteile überwögen die kurzfristigen Einbußen.

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