Philipp Amthor wird Staatsminister für Bund-Länder-Beziehungen im Kanzleramt
Amthor wird Staatsminister für Bund-Länder-Beziehungen

Der CDU-Politiker Philipp Amthor wird neuer Staatsminister für die Bund-Länder-Zusammenarbeit im Kanzleramt. Das gab Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Freitag bei einer Pressekonferenz im Garten des Bundeskanzleramtes in Berlin bekannt. Der 33-Jährige war zuvor im Digitalministerium als parlamentarischer Staatssekretär für Bürokratieabbau zuständig. Er folgt auf Michael Meister, dessen Ablösung Medienberichten zufolge auf die große Unzufriedenheit der Landesregierungen mit der Zusammenarbeit mit dem Bund zurückgeht.

Merz: „Genau das braucht es an dieser Stelle“

Merz betonte die Bedeutung der Beziehungen zwischen Bund und Ländern in einem föderalen Staat. Amthor bringe für seine neue Aufgabe Erfahrungen aus der Modernisierungs- und Digitalisierungsagenda des Digitalministeriums mit. „Wir haben im Dezember des letzten Jahres in einer Ministerpräsidentenkonferenz die umfassendste föderale Digitalisierungs- und Modernisierungsagenda beschlossen, die es jemals gab. Einvernehmlich mit allen Ministerpräsidenten, allen Ländern. Vieles davon ist bereits auf dem Weg. Philipp Amthor wird es verantworten, die Koordinierung hier im Haus auch weiter voranzubringen“, so Merz. Er hob Amthors gute Vernetzung mit den Chefs der Staatskanzleien aller 16 Bundesländer hervor und bezeichnete ihn als guten Politiker, Parlamentarier und hervorragenden Juristen. „Und genau das braucht es an dieser Stelle bei diesen Themen.“

Amthor: „Eine große Aufgabe“

Amthor dankte Merz für das Vertrauen. „Das ist eine große Aufgabe, eine Aufgabe, die aber auch eine weitere Gelingensbedingung ist für den Erfolg unseres Reformkurses, den wir uns vorgenommen haben“, sagte er. Die Bundesregierung habe die Staatsmodernisierung und alle Reformvorhaben stets als gesamtstaatliche Aufgabe verstanden. Er freue sich darauf, gemeinsam mit der neuen Kanzleramtschefin Nina Warken daran zu arbeiten.

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Der 1992 in Ueckermünde in Vorpommern geborene Amthor gilt in der CDU als vielversprechender Nachwuchspolitiker. Bekannt wurde er durch unterhaltsame Auftritte in Talkshows, in denen er meist sicher einen für die Union konsensfähigen Bereich vertritt. „In Deutschland kann man viel erreichen, wenn man fleißig ist, wenn man sich anstrengt“, sagte er in einer ZDF-Doku. Bei einem Talk in der ARD-Sendung „Maischberger“ im April 2025 betonte er: „Wer Mitte-rechts und Rechtsextremismus gleichsetzt, der erweist der Demokratie einen Bärendienst. Wir brauchen hier keinen antifaschistischen Nachhilfeunterricht, der eine Debatte aufmacht, wo man sagt: Alles, was nicht links und grün ist, ist gleich schlimm rechtspopulistisch!“

Respektvoller Umgang mit politischen Konkurrenten

In der Sendung stritt er ausgiebig, aber respektvoll mit der Klimaaktivistin Luisa Neubauer über die Klimapolitik. Beide duzten sich. „Die Luisa überzeugen ist ein steiniger Weg“, sagte er. Mit dem früheren SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert, als dieser noch im Amt war, galten sie als junge Protagonisten ihrer Parteien, die sich in Talkshows gerne um Argumente stritten – stets mit respektvollem Umgang.

Amthor ist römisch-katholisch und seit 2017 Mitglied des Bundestages. Bereits 2008 trat er als Schüler der CDU bei. Nach dem Abitur 2011 in Ueckermünde studierte er von 2012 bis 2017 Rechtswissenschaften in Greifswald, gefördert durch ein Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung. Er schloss das Studium mit Prädikat ab. Amthor lebt in einer Beziehung mit der Historikerin Carlotta Voß.

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