Klopp als Bundestrainer: Konflikte mit Sponsoren drohen
Klopp als Bundestrainer: Sponsorenkonflikte drohen

Jürgen Klopp steht kurz davor, neuer Bundestrainer zu werden. Doch seine zahlreichen Werbepartnerschaften könnten zu Konflikten mit den offiziellen Sponsoren des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) führen. Der 57-Jährige ist derzeit als Markenbotschafter für mehrere Unternehmen tätig, darunter Anheuser-Busch, Adidas und Red Bull. Letzteres sorgt bereits für Diskussionen, da Klopp bei Red Bull als Head of Global Soccer angestellt ist. Nach Informationen des „Kicker“ ist eine Fortsetzung dieser Rolle als Bundestrainer jedoch kein Verhandlungspunkt zwischen Red Bull und dem DFB.

Klopps Weg vom Gratis-Outfit zum Werbestar

Seinen ersten Werbedeal als Trainer schloss Klopp noch ohne finanzielle Vergütung ab. „Als Trainer von Mainz wollte keiner einen Vertrag mit mir abschließen, das Interesse der Ausrüster war unter Null. Da hab ich gedacht, dann möchte ich wenigstens die Klamotten anziehen, die mir am besten gefallen“, erzählte Klopp im „Tagesspiegel“-Interview. „Das war Nike, die Sachen fand ich cool. Also bin ich hin, sagte, Kohle will ich nicht. Alles gut. Genau so hat es angefangen.“ Heute ist Klopp das Gesicht zahlreicher Marken – von Getränken über Versicherungen bis hin zu Autos und Banken. Der „Spiegel“ bezeichnete ihn als „menschgewordene Werbebande“.

Konfliktpotenzial mit DFB-Sponsoren

Einige von Klopps aktuellen Werbepartnerschaften überschneiden sich mit den offiziellen Sponsoren des DFB. So wirbt Klopp für den Brauerei-Konzern Anheuser-Busch, während Bitburger DFB-Sponsor ist. Sollte der DFB einen Werbespot mit Klopp für Bitburger planen, könnte dies zu Interessenkonflikten führen. Die Lösung wird vermutlich im noch auszuhandelnden Vertrag zwischen Klopp und dem DFB geregelt. Bisher halten sich alle Parteien mit Aussagen zurück.

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Rechtsexperte sieht Lösungen

Sportrechtsexperte Paul Lambertz sieht keine unüberwindbaren Hürden. „Im Zweifel werden sich aber Lösungen finden lassen“, sagte er dem „Spiegel“. „Ein individueller Sponsor von Jürgen Klopp wird sich gut überlegen, ob er ihn auf Schadensersatz verklagen will, sollte er vertragsbrüchig werden.“ Zudem läuft Klopps Vertrag mit Adidas nach der WM 2026 aus, sodass Nike als neuer DFB-Ausrüster ab 2027 keine Konflikte befürchten muss. Nike zahlt dem DFB ab dann kolportierte 100 Millionen Euro pro Jahr.

Klopps Wert für Marken und den DFB

Marketing-Experte Felix Murbach erklärte der dpa: „Er wirkt authentisch, kommunikativ und nahbar. Er schafft es, Menschen emotional zu erreichen, ohne dabei inszeniert zu wirken. Nicht seine Bekanntheit macht ihn für Marken so wertvoll, sondern das Vertrauen, das er sich über viele Jahre erarbeitet hat.“ Vom DFB könnte Klopp als Aushängeschild profitieren, da sich Sponsorenverhandlungen mit ihm einfacher gestalten dürften. Sein Berater Marc Kosicke betonte jedoch in der „Welt“: „Es geht um geleistete Arbeit und die Persönlichkeit, die man hat. Sportlicher Erfolg ist die Grundlage für eine gute Vermarktung.“

Kritik an Omnipräsenz

Klopps häufige Werbeauftritte haben auch Kritik hervorgerufen. Das Magazin „11Freunde“ spottete: „Nach möglicherweise ungenauer Kurzrecherche im Internet sieht es so aus, als sei Jürgen Klopp in seiner Karriere als Trainer insgesamt 25 Werbepartnerschaften eingegangen. Wir finden: Ein ganz normaler Typ.“ Die Satireseite „Der Postillon“ schlug scherzhaft vor, die Nationalmannschaft in „Trivago-DVAG-Red-Bull Kickers“ umzubenennen. Trotz der Kritik bleibt Klopp eine der gefragtesten Werbefiguren Deutschlands.

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