Die CDU schaltet in den Wahlkampfmodus und bittet ihre Mitglieder um Hilfe. In einer E-Mail wirbt Generalsekretär Carsten Linnemann für „einmalige Erlebnisse und Erfahrungen“ in den Sommerferien – gemeint ist der Einsatz beim Haustürwahlkampf in Sachsen-Anhalt, wo die AfD in Umfragen bei 41 Prozent liegt, die CDU nur bei 23 Prozent. Der Aufruf ist laut SPIEGEL ein Novum aus dem Konrad-Adenauer-Haus. Bundeskanzler Friedrich Merz sprach die AfD-Wähler direkt an: „Schaut genau hin!“ Er zeigte sich lernfähig und will persönlich in Sachsen-Anhalt werben.
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Kabarettisten Uwe Steimle
Der Schauspieler und Kabarettist Uwe Steimle sorgte bei einer AfD-Veranstaltung in Dessau-Roßlau für Aufsehen. Mit einem geblümten Samt-Jackett bekleidet, ließ er verbale Ausfälle gegen Angela Merkel und Friedrich Merz los. Über ein Merkel-Porträt sagte er: „Im Moment hängt sie erst mal. Und wenn alle Stränge reißen oder der Nagel bricht, dann stellen wir sie an die Wand. Uns wird schon was einfallen.“ Die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau hat daraufhin ein Verfahren nach Paragraf 126 StGB eingeleitet, der die Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten sanktioniert. Dietmar Hipp analysiert, dass die Ernsthaftigkeit der Aussage entscheidend sei – der Bezug auf das Gemälde könne Zweifel wecken, der ankündigende Duktus jedoch für eine ernste Drohung sprechen.
Fünf Jahre nach Ahrtal-Flut: Entschuldigung und neue Unwetter
Der rheinland-pfälzische CDU-Ministerpräsident Gordon Schnieder entschuldigte sich auf einer Gedenkveranstaltung in Bad Neuenahr-Ahrweiler für staatliches Versagen während der Flutkatastrophe im Ahrtal vor fünf Jahren. „Der Staat habe sein zentrales Versprechen, die Bürger zu schützen, nicht erfüllt“, so Schnieder. Das Publikum quittierte die Entschuldigung mit lang anhaltendem Applaus. Zeitgleich verursachten Unwetter in Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen schwere Schäden; in Reutlingen türmten Mitarbeiter Hagelkörner zu weißen Bergen auf. Eine Analyse der Deutschen Umwelthilfe zeigt, dass der Ortenaukreis bei einem Jahrhunderthochwasser am stärksten betroffen wäre.
Weitere Nachrichten des Tages
Die Ukraine zerstörte mit einer Seedrohne ein russisches FSB-Patrouillenschiff. Der Neonazi Marla Svenja Liebich wurde aus Tschechien nach Deutschland ausgeliefert. Die deutsche Industrie verlor binnen eines Jahres 177.000 Arbeitsplätze, wie das Statistische Bundesamt meldet. Die schwache Konjunktur belastet den Arbeitsmarkt schwer, insbesondere das verarbeitende Gewerbe.
SPIEGEL+ empfiehlt einen Artikel über die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS), deren Seriosität Angehörige infrage stellen. Weniger wichtig: Meghan Markles Kochsendung „With Love, Meghan“ wurde für einen Daytime Emmy nominiert. Der SPIEGEL-Hohlspiegel zitiert aus einem Artikel über eine Arztpraxis ohne Wartezimmer.
Fußball-WM: Messi-Verschwörung im Halbfinale
Im Halbfinale der Fußball-WM trifft England mit Trainer Thomas Tuchel auf Argentinien. SPIEGEL-Sportredakteur Benjamin Knaack beleuchtet die Verschwörungstheorie, dass Lionel Messi zum WM-Sieg getragen werden solle. Grund seien umstrittene Schiedsrichterentscheidungen, etwa dass Messi im Auftaktspiel gegen Algerien nach einem Tritt gegen Aïssa Mandi keine Rote Karte sah, sondern nur ermahnt wurde und danach drei Tore schoss. Solange keine harten Beweise vorlägen, bleibe dies Fußball-Folklore.



