Pistorius: Zweiter Marinehafen an Nordsee nötig
Pistorius: Zweiter Marinehafen an Nordsee nötig

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat bei einem Truppenbesuch in Ostfriesland den Bedarf für einen zweiten Marinehafen an der deutschen Nordseeküste bekräftigt. „Das ist zum einen eine Frage der Absicherung“, sagte der SPD-Politiker während eines Besuchs beim Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst (Kdo SES) „Ostfriesland“ in Leer. Im Ernstfall brauche Deutschland einen zweiten Hafen, um ausweichen zu können und um Erreichbarkeiten sicherzustellen.

Kapazitäten für Bündnisverteidigung

„Und es geht natürlich auch darum, die Kapazitäten zu schaffen, die es braucht, wenn im Ernstfall Hunderttausende von Alliierten mit Material und Personal durch Deutschland ziehen und davor eben in Deutschland anlanden müssen“, erläuterte der Verteidigungsminister. An der Nordseeküste verfügt die Marine bislang nur in Wilhelmshaven über einen Marinestützpunkt.

Bereits am Montag hatte der Minister auf seiner Sommerreise in Bremerhaven angekündigt, dass die Entscheidung über den Standort des zweiten Marinehafens in den nächsten zwei bis drei Monaten fallen soll. Als Favoriten gelten die Häfen in Emden und Bremerhaven.

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Besuch beim Sanitätsdienst

An der ostfriesischen Nordseeküste besuchte Pistorius das in Leer stationierte Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst. Es ist unter anderem bei militärischen Evakuierungsoperationen, humanitärer Hilfe und der Unterstützung von Spezialkräften im Ausland gefragt. Zum Verband zählen drei Sanitätseinsatzkompanien, die kurzfristig mit Material und Personal verlegebereit sind. An 18 Auslandseinsätzen war der Verband bislang beteiligt – zuletzt halfen Soldaten aus Ostfriesland mit der Luftwaffe beim Erdbeben in Venezuela.

Der Minister besichtigte unter anderem ein sogenanntes Luftlande-Rettungszentrum, in dem Verletzte versorgt und operiert werden können. Soldaten kümmern sich darin um die erste chirurgische und intensivmedizinische Versorgung.

Lob für Flexibilität und Professionalität

Pistorius lobte die „maximale Flexibilität bei höchster Professionalität“, die das Kommando habe. Deutschland müsse jederzeit auf Krisen unterschiedlicher Art vorbereitet sein – dazu zähle auch ein Verteidigungskrieg. „Wir tun alles dafür, um den durch wirksame Abschreckung und Diplomatie zu verhindern. Aber wenn es so weit kommt, müssen wir eben auch im Sanitätsbereich voll handlungs- und durchhaltefähig sein“, sagte Pistorius. Der Sanitätsdienst und die schnellen Kräfte seien „die Lebensversicherung unserer Soldatinnen und Soldaten im Einsatz“.

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