Berliner Gehwege noch voller Streusplitt: BSR bittet um Bürgerhilfe
Nach dem intensiven Winterwetter liegen auf Berlins Gehwegen weiterhin große Mengen Streusplitt. Die Berliner Straßenreinigung (BSR) sieht sich mit einer gewaltigen Herausforderung konfrontiert und rechnet damit, dass die Beseitigung der Splittmassen voraussichtlich bis Mitte April andauern wird – sofern es keinen weiteren längeren Wintereinbruch gibt. Mit rund 2.400 Mitarbeitern im Winterdienst bittet die BSR nun die Anlieger um aktive Mithilfe, um den Prozess zu beschleunigen.
So können Berliner beim Splittentsorgen helfen
Axel Koller, Leiter der BSR-Straßenreinigung, äußerte die Hoffnung auf viele helfende Hände und gab konkrete Empfehlungen:
- Kleinere Mengen bis zu zehn Liter können in einer Tüte in die Restmülltonne gegeben werden. Wichtig ist, dass die Tonne für die BSR-Mitarbeiter noch beweglich bleibt und nicht zu schwer wird.
- Etwas größere Mengen von bis zu 30 Litern können kostenfrei bei allen BSR-Recyclinghöfen abgegeben werden.
- Zusammengefegter Splitt kann am Rand des Gehwegs liegen bleiben und wird von der BSR entfernt. Dabei sollte der Splitt weder in die Straßenkante noch in Gullys gefegt werden.
Koller betonte ausdrücklich, dass man die BSR nicht extra informieren muss, wenn Splitt zusammengefegt wurde. „Uns ist nicht geholfen, wenn wir ständig angerufen und gefragt werden: Wann seid ihr bei mir? Wir können mit 2.400 Mitarbeitern nicht überall zeitgleich sein“, erklärte er.
Priorisierung der Innenstadt und Geduld in Außenbezirken
Die BSR-Teams konzentrieren sich zunächst auf die hochfrequentierten Innenstadtbereiche. Entsprechend müssen Bewohner außerhalb des S-Bahnrings mit längeren Wartezeiten rechnen. „In den Außenbereichen dauert es etwas länger“, so Koller. Die Stadtreinigung stellt ab sofort keinen neuen Splitt mehr zur Verfügung, nachdem sie ab Ende Januar rund 575 Tonnen kostenlos an Bezirke und private Anlieger ausgegeben hatte.
Dimensionen der Splittmengen und Wiederverwertung
Wie viel Splitt insgesamt beseitigt werden muss, lässt sich nicht genau beziffern, da keine Statistik über die gestreuten Mengen existiert. Allein die BSR setzte in ihrer Zuständigkeit während der Winterdienstsaison 2025/2026 etwa 4.000 Tonnen ein – deutlich mehr als in vorherigen Jahren. Dazu kommt der Splitt von privaten Reinigungsdiensten und Bürgern. Der gesammelte Splitt wird nicht wiederverwendet, sondern gereinigt und im Straßenbau als Baumaterial eingesetzt. „Streusplitt ist scharfkantig – wenn mehrfach darüber gelaufen wurde, wird er stumpf. Wir benutzen immer frischen“, erläuterte Koller.
Anstrengende Winterwochen und Appell an Verständnis
Die BSR bittet um Geduld, da die Splittbeseitigung nicht kurzfristig abgeschlossen werden kann. Koller zeigte sich erschrocken über vereinzelte Beschwerden von Berlinern, denen der Prozess nicht schnell genug voranging. „Die ist natürlich nicht zu erfüllen“, kommentierte er solche Anforderungen. Der Winterdienst war im Januar und der ersten Februarwoche rund um die Uhr im Einsatz, mit Mitarbeitern, die bis zu 14 Tage am Stück arbeiteten. „Das sind Belastungen, die es in der BSR so seit 2010 nicht mehr gab“, resümierte Koller die anstrengenden Wochen.



