Münchner CSU fordert Pilotprojekt: Hunde sollen Museen betreten dürfen
In München sorgt ein ungewöhnlicher politischer Vorstoß für Aufsehen. Die CSU/FW-Fraktion im Stadtrat beantragt ein "Pilotprojekt Museum mit Hund", das Vierbeinern den Zugang zu ausgewählten Museen ermöglichen soll. Dieser Vorschlag fällt in die heiße Phase des Kommunalwahlkampfs, bei dem die Parteien um jede Stimme ringen – und dabei nun gezielt Tierfreunde ansprechen.
Kunstgenuss mit treuem Begleiter
Derzeit müssen Münchens rund 45.000 gemeldete Hunde vor den Türen der städtischen Museen warten, während ihre Besitzerinnen und Besucher die Kunstwerke im Lenbachhaus, der Villa Stuck oder dem Stadtmuseum bewundern. Die CSU möchte dies ändern und schlägt vor, dass ausgewählte Museen an bestimmten Wochentagen für Besucher mit Hunden geöffnet werden.
"Natürlich unter Einhaltung von Regeln wie Leinenpflicht, Haftung durch den Besitzer für das Tier sowie strikten Hygieneauflagen", betont die Fraktion. CSU-Stadträtin Evelyne Menges, die vor 25 Jahren den Verein "Tierrettung München" gründete, erklärt die Motivation hinter dem Antrag: "Wer einen Hund als treuen Begleiter im Alltag hat, der weiß, dass es manchmal gar nicht so einfach ist, trotz des Tiers am kulturellen Leben teilzuhaben."
Neues Publikum für Museen gewinnen
Menges verweist besonders auf ältere, alleinstehende Personen mit Hund, die sich ohne ihren tierischen Begleiter oft unwohl fühlen. "Manche Hunde bleiben nicht allein, manche Menschen fühlen sich ohne den Hund an der Seite nicht wohl", so die Stadträtin. Sie argumentiert, dass in den städtischen Museen unter der Woche oft genügend Platz vorhanden sei, sodass Ausstellungsbesucher mit Hund an der Leine niemanden stören würden.
"Die Museen könnten sogar ein neues Publikum für sich gewinnen", ist Menges überzeugt. "Wir plädieren dafür, es einfach mal zu testen." Der Vorschlag sieht vor, das Pilotprojekt zunächst in ausgewählten Museen zu starten und bei Erfolg möglicherweise auszuweiten.
SPD plant Böllerverbot am Tierheim
Während die CSU sich um Münchens Hundehalterinnen und -halter bemüht, denkt die Stadtrats-SPD bereits in Richtung Jahresende. Die Sozialdemokraten beantragen "ein Böllerverbot an Silvester rund ums Tierheim". Beim letzten Jahreswechsel war das Böllern am Tierpark bereits verboten worden, was nach Angaben der SPD "bereits spürbare Verbesserungen erreicht" habe.
Nun soll die Verwaltung beauftragt werden, eine Möglichkeit zu finden, ein ähnliches Verbot auch für das Tierheim zu verhängen. Notfalls soll sie "eine andere rechtliche Grundlage" vorschlagen, "wie etwa eine Allgemeinverfügung nach dem Vorbild Starnbergs".
Tierschutz im Fokus
SPD-Stadträtin Lena Odell begründet den Antrag mit dem Tierschutz: "Feuerwerk schaut schön aus, Tiere können die lauten Geräusche aber leider nicht einordnen und geraten in Panik." Während Haustiere an einen anderen Ort gebracht werden könnten, seien die Tierheimtiere dem Lärm schutzlos ausgeliefert.
Beide Anträge zeigen, dass Tierschutz und Tierfreundlichkeit im Münchner Kommunalwahlkampf eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Während die CSU mit ihrem Museums-Vorschlag auf die Bedürfnisse von Hundehaltern eingehen möchte, setzt sich die SPD für den Schutz der Tierheimtiere ein. Beide Parteien hoffen, mit diesen Initiativen bei den Wählerinnen und Wählern zu punkten, die ihren Vierbeinern besonders am Herzen liegen.



