Fluthelfer in Vorpommern: Zwischen Dankbarkeit und Unverständnis im Einsatz
Fluthelfer in Vorpommern: Dank und Unverständnis

Fluthelfer in Vorpommern: Zwischen Dankbarkeit und Unverständnis im Einsatz

Die Hochwassersituation im mittleren Peene- und Tollensetal in Vorpommern hat sich deutlich entspannt, nachdem tagelange Einsätze von Feuerwehren, dem Technischen Hilfswerk (THW) und zahlreichen Freiwilligen die schlimmsten Überflutungen abgewendet haben. An einigen Stellen laufen zwar noch Pumpen, um Gehöfte und Gebäude vor Oberflächenwasser zu schützen, doch die Böden können das Nass bei den gestiegenen Temperaturen wieder besser aufnehmen.

Tagelange Einsätze fordern die Kräfte der Helfer

Die meisten Feuerwehren der Region waren seit dem vergangenen Samstag im Dauereinsatz, viele bis in den Montag oder sogar Dienstag hinein. In Nielitz bei Loitz stoppten die Pumpen erst am Montagabend, in Jagetzow bei Jarmen sogar erst am darauffolgenden Tag. Die körperliche Belastung für die Einsatzkräfte war enorm, besonders bei Dauerregen. Nach den eigentlichen Einsätzen folgte die mühevolle Arbeit des Reinigens und Sortierens von Fahrzeugen und Ausrüstung, inklusive umfangreicher Schlauchtausche.

Großes Hilfsaufgebot aus der gesamten Region

Die Einsatzleiter und Bürgermeister betonten wiederholt ihre Hochachtung für das Engagement der Helfer. Neben den lokalen Löschtruppen kamen Kräfte aus den Nachbarlandkreisen Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Rügen zum Einsatz, ebenso aus Demmin, dem Amt Treptower Tollensewinkel, Grimmen sowie den Gemeinden Wendisch-Baggendorf und Süderholz. Das THW stellte mit zahlreichen Ortsverbänden aus ganz Mecklenburg-Vorpommern Personal und Technik bereit, was in kritischen Punkten wie Nielitz entscheidend war.

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Unterstützung durch Landwirtschaft und Privatpersonen

Agrarunternehmen wie der Rustower Agrarservice, die Trantower Agrar GmbH und die Landmaschinentechnik Baase aus Holthof unterstützten mit Pumpwagen und Fahrern. In Sassen-Trantow halfen die Agrargenossenschaft Schwingetal und Pommern Natura mit Tankwagen. Privatpersonen, darunter viele, die selbst nicht gefährdet waren, brachten Getränke, Kuchen und warme Mahlzeiten. In Leussin wurde sogar gegrillt, um Rostbratwurst für die Helfer zu servieren, und in Zemmin sorgten der Feuerwehrförderverein Tutow-Bentzin und der Heimatverein für Verpflegung.

Auch unschöne Szenen begleiteten die Einsätze

Trotz der überwiegenden Solidarität mussten die Einsatzkräfte mitunter auch Kritik und Unverständnis ertragen. Einige Grundstückseigentümer waren unzufrieden, dass Pumpen nicht prioritär bei ihnen aufgestellt wurden. Straßensperrungen, die aufgrund von Überflutungen und Schlauchstrecken nötig waren, führten zu Konflikten: In Düvier wurden Barrieren beiseite geräumt, und in Zemmin erhielten Helfer von Durchreisenden Schimpfworte und Stinkefinger. Zudem verursachten rasant fahrende Autofahrer auf überfluteten Straßen zusätzliche Flutwellen, die Hofeinfahrten überschwemmten.

Bürgermeister wie Thomas Breitsprecher aus Jagetzow lobten den Zusammenhalt in der Not, wo Einwohner beim Befüllen und Verteilen von rund 1500 Sandsäcken mithalfen und Traktoren sowie Radlader zur Verfügung stellten. Die Erfahrungen der Fluthelfer zeigen ein gemischtes Bild: viel Dankbarkeit und praktische Hilfe, aber auch Momente der Frustration und Respektlosigkeit in einer herausfordernden Krisensituation.

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