Trotz mütterlichem Verbot: Ein Selbstversuch im eisigen Wasser der Ostsee
Eisbaden in der gefrorenen Ostsee ist nicht jedermanns Sache, doch für einige Enthusiasten gehört es zur regelmäßigen Praxis. In Lubmin an der Ostsee gibt es einen Verein, dessen Mitglieder bei gefrorenem Meer sogar zur Kettensäge greifen, um ein Loch ins Eis zu sägen. Als ich die Einladung erhielt, für einen Artikel daran teilzunehmen, war ich gerade bei meiner Mutter zum Essen eingeladen.
Die mütterliche Reaktion: Ein klares Nein
Um sie ein wenig aufzuregen – eine Pflicht, die ich als Erstgeborener ernst nehme – fragte ich vor ihr am Telefon, ob ich mitbaden dürfe. Die Antwort des erfahrenen Eisbaders war positiv, doch meine Mutter reagierte mit großen Augen. Nach dem Telefonat ließ sie keinen Zweifel: „Hast du den Verstand verloren? Du machst das nicht, ich verbiete dir das!“ Sie erinnerte mich daran, dass mir die Ostsee im Sommer schon zu kalt sei, und hatte damit durchaus recht.
Der innere Konflikt und die Entscheidung
Auch eine Freundin versuchte mich auf dem Weg nach Lubmin umzustimmen: „Das ist voll dumm und gefährlich, du bist doch absolut untrainiert.“ Zunächst hatte ich nicht wirklich vor, in die eisige Ostsee zu steigen. Doch dann, am frei gesägten Eisloch, kam die entscheidende Frage: „Und trauen sie sich?“ Plötzlich fühlte ich mich wie 13 Jahre alt zurückversetzt, und der kindliche Trotz siegte. Ich zog mich bis auf die Boxershorts aus und stieg mutig ins Wasser.
Reflexion über Mut und mütterliche Fürsorge
Habe ich mich meiner Mutter widersetzt? Auf jeden Fall! In diesem Moment des eisigen Schocks fragte ich mich jedoch, ob ich nicht heimlich nach ihr gerufen hätte. Dieser Selbstversuch war mehr als nur ein Abenteuer; er war eine Auseinandersetzung mit Grenzen, Erinnerungen und der mütterlichen Fürsorge, die oft im Widerstreit mit dem eigenen Mut steht.



