Die Compact Disc (CD) erlebt ein überraschendes Revival. Laut dem Branchenverband BVMI stiegen die Verkaufszahlen im ersten Halbjahr 2024 um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Besonders bemerkenswert: Die Käufer sind überwiegend jung. Rund 40 Prozent der CD-Käufer sind unter 30 Jahre alt.
Gründe für das Comeback
„Viele junge Menschen entdecken die CD als haptisches Erlebnis neu“, sagt Dr. Michael Schäfer, Musikmarktexperte der Universität Hamburg. „In Zeiten von Streaming-Diensten sehnen sie sich nach etwas Greifbarem.“ Auch die hohe Klangqualität der CD werde geschätzt. Zudem locken besondere Editionen mit Bonusmaterial und aufwendigen Booklets.
Die steigende Nachfrage zeigt sich auch im Einzelhandel. „Wir verkaufen wieder deutlich mehr CDs als noch vor zwei Jahren“, berichtet Lisa Meier, Filialleiterin eines großen Musikgeschäfts in Berlin. „Besonders gefragt sind Alben von Künstlern wie Taylor Swift, Adele und den Beatles.“
Rolle der Nostalgie
Nostalgie spielt eine wichtige Rolle. „Die CD weckt Erinnerungen an die Jugend“, erklärt Soziologin Prof. Anna Weber. „Sie ist ein Symbol für eine Zeit, in der Musik noch etwas Besonderes war.“ Auch die limitierten Auflagen und Sammlereditionen tragen zum Trend bei. Vinyl hatte bereits ein Revival erlebt – nun folgt die CD.
Die Industrie reagiert: Plattenfirmen bringen vermehrt Alben auf CD heraus, auch von neuen Künstlern. „Die CD ist tot, es lebe die CD“, sagt Markus Müller, Geschäftsführer eines unabhängigen Labels. „Wir sehen hier ein echtes Potenzial für Nischenmärkte.“
Zukunft der CD
Ob das Revival anhält, bleibt abzuwarten. Experten rechnen mit einem stabilen Nischenmarkt. „Die CD wird das Streaming nicht verdrängen, aber sie hat ihren festen Platz“, so Schäfer. Die Zahlen sprechen für sich: 2023 wurden in Deutschland 12 Millionen CDs verkauft, 2024 könnten es 14 Millionen werden.



