Flamingo-Proteste in Albanien weiten sich gegen Regierung aus
Albanien: Flamingo-Proteste gegen Regierung wachsen

In Albanien weiten sich die sogenannten Flamingo-Proteste aus. Am Samstag, dem 35. Protesttag in Folge, versammelten sich nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP zehntausende Menschen in der Hauptstadt Tirana, um gegen den Bau eines Luxusresorts in einem Naturschutzgebiet zu demonstrieren. Das Projekt wird von Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, und seiner Frau Ivanka Trump vorangetrieben. Laut AFP handelte es sich um die größte Kundgebung seit Beginn der Proteste im Mai. Unabhängige Bestätigungen für diese Zahl gibt es nicht, albanische Medien berichten jedoch von einer außergewöhnlich starken Beteiligung.

Vom Umweltschutz zur Systemkritik

Die Proteste begannen als Umweltbewegung gegen den Bau des Ferienresorts im Naturschutzgebiet Zvernec an der Südwestküste Albaniens, einem wichtigen Brutgebiet für Flamingos. Auslöser war das plötzliche Auftauchen von mit Stacheldraht gesicherten Bauzäunen und Baggern an einem Strand in Zvernec. Mittlerweile haben sich die täglichen Proteste jedoch ausgeweitet: Die Demonstranten prangern die Korruption im Land an und fordern den Rücktritt von Regierungschef Edi Rama. Auf Plakaten war am Samstag unter anderem zu lesen: „Albanien steht nicht zum Verkauf.“

Zusammenstöße mit der Polizei

Am Donnerstag eskalierte die Lage, als Demonstranten vor dem Parlament versuchten, Abgeordneten den Zugang zum Gebäude zu versperren. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein, während die Demonstranten Eier, Steine und andere Gegenstände warfen und versuchten, die Polizeiketten zu durchbrechen. Nach Behördenangaben wurden 15 Polizisten verletzt, 25 Demonstranten wurden festgenommen. Einige Demonstranten fordern nun die Freilassung von 19 Personen, die bei den Ausschreitungen am Donnerstag festgenommen worden waren.

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Wirtschaftliche Motive und Kritik an Trump-Nähe

Die albanische Regierung versucht seit langem, die Wirtschaft durch Tourismus anzukurbeln. Die Familie von US-Präsident Trump hat weltweit vielfach in Luxusprojekte investiert. Kritiker werfen Kushner und seiner Frau vor, die Präsidentschaft von Donald Trump für eigene Geschäfte zu nutzen. Inzwischen ist in den Medien sogar von einer „Flamingo-Revolution“ die Rede. Die Proteste zeigen, dass es den Menschen längst um mehr geht als nur um den Schutz der Flamingos – es geht um die politischen und wirtschaftlichen Zustände im ganzen Land.

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