Die kurze Verschnaufpause von der Hitze ist in Sicht: Bereits am Samstag schiebt sich aus Nordwesten deutlich kühlere Luft nach Deutschland. Damit teilt sich das Land an einer Temperaturgrenze zwischen Eifel und Erzgebirge: Während es im Norden spürbar angenehmer wird, bleibt es im Süden weiter hochsommerlich. Schauer und Gewitter ziehen von der Mitte bis zu den Alpen hin durch und sorgen lokal für Abkühlung.
Klimatologe Dr. Karsten Brandt erklärte gegenüber BILD: „Am Samstag gibt es eine Temperaturgrenze zwischen der Eifel und dem Erzgebirge. Nördlich davon ist es etwas kühler. So liegen in Hamburg die Temperaturen bei 22 oder in Berlin bei 26 Grad. Doch in Freiburg werden wieder 34 Grad erreicht.“ Diese Wetterlage bringt vor allem den Menschen im Norden eine echte Erholung – auch in den Nächten.
Temperaturen am Samstag und Sonntag
Während in der Nordhälfte die Quecksilbersäule auf erträgliche Werte fällt, bleibt der Süden vorerst im Schwitz-Modus. Am Samstag werden in Freiburg weiterhin 34 Grad erwartet, während Hamburg nur 22 Grad erreicht. Die Differenz zeigt, wie deutlich die Wettergrenze das Land durchschneidet. Auch am Sonntag hält die Atempause noch an, allerdings steigen die Temperaturen bereits wieder an: Im Norden sind es dann 20 bis 26 Grad, in der Mitte und im Süden werden 26 bis 34 Grad erreicht.
Für alle, die die Hitze satt haben, lohnt sich also ein Ausflug in den Norden. Doch die Erholung wird nur von kurzer Dauer sein, denn schon zum Beginn der neuen Woche dreht das Wetter erneut auf.
Zum Wochenstart: Gluthitze mit Wucht
Diplom-Meteorologe Dominik Jung sagte gegenüber BILD: „Und dann kommt die Hitze mit Wucht zurück: Schon zum Wochenstart klettern die Temperaturen verbreitet auf 32 bis 38 Grad.“ Damit würde die Glutphase nahtlos an die aktuelle Hitzewelle anschließen. Einige Wettermodelle gehen sogar davon aus, dass die 40-Grad-Marke geknackt werden könnte – wahrscheinlich im Raum Freiburg oder Karlsruhe.
Die kommende Hitze dürfte damit ähnlich extrem ausfallen wie die gerade überstandene. Bereits in der vergangenen Woche wurde die 40-Grad-Schwelle an mehreren Orten in Deutschland überschritten, zuletzt am Donnerstag. Der August beginnt also mit einer erneuten Belastungsprobe für Mensch und Natur.
So extrem war die bisherige Hitzewelle
Die letzte Hitzewelle erreichte ihren Höhepunkt mit zahlreichen Rekorden: Den vorläufig höchsten Wert registrierte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Bernburg an der Saale in Sachsen-Anhalt mit 40,5 Grad. Knapp dahinter lagen Kitzingen in Bayern mit 40,4 Grad sowie Ohlsbach in Baden-Württemberg mit 40,2 Grad. Auch in Frankfurt am Main und Bad Nauheim in Hessen wurden jeweils 40,1 Grad gemessen, in Rheinfelden (Baden-Württemberg) exakt 40,0 Grad.
Die extreme Hitze sorgte damit für neue Juli-Rekorde in drei Bundesländern: Sachsen-Anhalt, Bayern und Baden-Württemberg meldeten die höchsten jemals in einem Juli gemessenen Temperaturen. Diese Werte übertrafen alle bisherigen Messungen seit Beginn der Wetteraufzeichnung und verdeutlichen die außergewöhnliche Intensität der Hitzewelle.
Allzeit-Rekord bleibt bestehen
Trotz der Rekordjagd blieb der bundesweite Allzeit-Hitzerekord unangetastet. Laut DWD liegt dieser weiterhin bei 41,8 Grad und wurde während der Hitzewelle im Juni dieses Jahres in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt gemessen. Die aktuellen Spitzenwerte blieben also ein gutes Stück darunter – doch der August hat gerade erst begonnen und könnte noch einmal nachlegen.
Wetterexperten rechnen damit, dass die kommenden Tage erneut an die 40-Grad-Marke herankommen könnten. Ob der Rekord aus dem Juni übertroffen wird, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch: Deutschland muss sich auch in den nächsten Wochen auf extrem heiße Tage einstellen. Die Abkühlung am Wochenende ist nur ein kurzes Intermezzo in einem Sommer, der bereits jetzt von außergewöhnlichen Temperaturen geprägt ist.



