Mehrere Urlaubsorte in Südeuropa stehen in Flammen. Besonders betroffen ist die spanische Region Andalusien, wo zwölf Menschen ums Leben kamen und 23 weitere vermisst werden. Eine Flammenwalze vernichtete bisher 6600 Hektar Fläche – das entspricht etwa 9200 Fußballfeldern. Auch in anderen Ländern gibt es riesige Brände.
Echtzeitkarten zeigen höchste Brandgefahr
Auf Echtzeitkarten der Nasa und des Europäischen Waldbrand-Informationssystems (EFFIS) ist zu sehen, dass aktuell in den beliebtesten Urlaubsregionen in Spanien, Portugal, Italien, Kroatien, Griechenland und der Türkei höchste Brandgefahr herrscht. Aber auch in Frankreich und Ungarn steigt mit jedem Hitzetag das Risiko, dass sich Feuer zu Flächenbränden ausbreiten.
Spanien: Schlimmste Feuer in Andalusien
In den Regionen Andalusien, Katalonien und Valencia ist die Waldbrandgefahr extrem hoch. Die schlimmsten Feuer wüten bei Almería, wo es auch viele Todesopfer gab und noch 23 Menschen vermisst werden. Weitere Brände gibt es um Barcelona und Madrid. Am Tag wird es inzwischen über 40 Grad heiß, selbst nachts kühlt es sich kaum ab. In Portbou an der Costa Brava lag der Temperaturrekord nachts bei 31,9 Grad Celsius.
Portugal: Brände um Porto, Lissabon und Faro
In Portugal brennt es um Porto, Lissabon und Faro. Dort ist die Waldbrandgefahr ebenfalls hoch eingestuft. Die Temperaturen erreichen Höchstwerte von um die 45 Grad.
Italien: Feuer auf Sizilien und im Piemont
Auf Sizilien, in der Umgebung von Brindisi, Foggia und Neapel lodern erste Feuer. Im Piemont vernichteten die Flammen bereits 600 Hektar Wald. Die Gefahr für weitere Brände ist dort am höchsten. In den Binnenregionen werden bis zu 40 Grad Celsius erwartet.
Kroatien: Feuer auf Korčula und um Split
Feuer wüten auch um Split und auf der beliebten Urlaubsinsel Korčula. Die Hitze ist nicht nur an Land gefährlich: Teilweise wurden Wassertemperaturen von um die 30 Grad gemessen.
Griechenland: Hohe Waldbrandgefahr auf Kreta und Naxos
Besonders auf Kreta und Naxos ist die Waldbrandgefahr hoch bis sehr hoch. Erste Feuer wüten in der Region Attika. In der Sonne zeigen die Thermometer teilweise Temperaturen um die 60 Grad Celsius.
Türkei: Brände um Antalya, Izmir und Derince
In der Türkei gibt es Brände um Antalya, Izmir und Derince. In diesem Bereich ist die Waldbrandgefahr extrem hoch.
Frankreich: Waldbrände in Südfrankreich
In Frankreich gibt es vereinzelte Feuer schon um Paris, riesige Waldbrände wüten in Südfrankreich. Bis auf die Küstenregion ist die Waldbrandgefahr fast überall extrem hoch.
Ursache: Hitzewelle aus der Sahara
Schuld an der extremen Hitzewelle ist ein kräftiges Hochdruckgebiet, das sehr heiße Luft aus der Sahara heranführt. Diplom-Meteorologe Dominik Jung erklärte: „Und es wird noch heißer. Nach Berechnungen des ECMWF (Europäisches Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage) wird die heißeste Phase in Italien voraussichtlich zwischen dem 15. und 19. Juli erreicht, mit Spitzenwerten bis 45 Grad im Landesinneren – teils sogar bis in die Gebirgslagen hinauf.“ Erst um den 21. Juli könnten die Temperaturen im Süden zurückgehen. Jung: „Ob die Lage sich dann wirklich entspannt oder die Hitze zäh bleibt, ist aber noch nicht sicher. Die kommenden 7–10 Tage bleiben im Süden durchweg hochsommerlich-heiß.“



