Explosion in Moskau: Drei Tote und 21 Verletzte in Edel-Restaurant
Drei Tote und 21 Verletzte bei Explosion in Moskau

Bei einer Explosion in dem Moskauer Edel-Restaurant „Balzi Rossi“ sind mindestens drei Menschen getötet und 21 verletzt worden. Die russischen Behörden gehen von einem Anschlag aus. In ersten Agenturmeldungen war von 15 Verletzten die Rede, später wurde die Zahl mit 21 angegeben. Das „Balzi Rossi“ liegt im weiteren Zentrum der russischen Hauptstadt und gilt als teure Adresse. In sozialen Medien wurde spekuliert, dass ein Gasleck die Ursache gewesen sein könnte. Zudem wird kolportiert, dass in dem Lokal die Feier eines hochrangigen russischen Generals stattfand. Die Polizei riegelte die Straßen ab, Ermittler sicherten Spuren. Die Agentur RIA veröffentlichte ein Video, das schwer bewaffnete Sicherheitskräfte am Ort des Geschehens zeigt. Auf der Website des Restaurants hieß es, das Lokal sei am Samstag wegen einer privaten Veranstaltung geschlossen gewesen.

Ukraine versenkt russisches Frachtschiff im Schwarzen Meer

Die Ukraine hat ein Containerschiff der russischen Atombehörde Rosatom im Schwarzen Meer versenkt. Mindestens zwei ukrainische Drohnen hätten die „Yanina“ nahe dem Hafen von Noworossijsk getroffen, teilte Rosatom am Samstag mit. Die 17-köpfige Besatzung habe das Schiff verlassen müssen. Laut dem Trackingdienst „Marine Traffic“ war die „Yanina“ von Indien nach Russland unterwegs; den letzten Standort sendete sie südlich der von Russland annektierten Krim. Das Schiff wurde von der Rosatom-Tochter Fesco betrieben und transportierte nach Angaben des Konzerns zivile Güter, darunter Tiefkühlwaren und Baumaterialien. Ob sich nukleares Material an Bord befand, ist unklar. Rosatom-Chef Alexej Lichatschew bezeichnete den Angriff als „Piraterie und Raub auf See“. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte die Versenkung und erklärte, auch weitere Ziele im Schwarzen und Asowschen Meer seien getroffen worden. Zudem sei die Infrastruktur von drei Ölraffinerien in der Region Baschkortostan angegriffen worden, die knapp 1600 Kilometer von der Grenze entfernt liegt. In der Nacht hätten russische Kräfte vier Drohnen über Moskau abgefangen, teilte Bürgermeister Sergej Sobjanin mit.

Schwere Raketenangriffe auf Kyjiw – nur eine Rakete abgefangen

Bei russischen Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kyjiw sind in der Nacht mindestens neun Menschen getötet und mehr als 30 verletzt worden. Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte mit, Russland habe insgesamt 35 Raketen und Marschflugkörper sowie 185 Drohnen eingesetzt, darunter 27 ballistische Raketen. Nur eine davon habe abgefangen werden können – wegen fehlender Abfangraketen für die Patriot-Systeme. „Raketen zur Abwehr ballistischer Raketen sollen Menschen schützen und nicht in Lagern liegen bleiben“, sagte Selenskyj in seiner Videoansprache. Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete von Schäden an Wohnhäusern und Gewerbegebäuden in mehreren Bezirken. Ein fünfstöckiges Wohnhaus sei durch herabstürzende Raketentrümmer beschädigt worden; Menschen wurden eingeschlossen. Viele Bewohner verbrachten die Nacht in U-Bahnstationen. Auch die Regionen Dnipropetrowsk, Sumy, Charkiw und Poltawa seien attackiert worden. In Kyjiw wurden 18 Häuser, eine Schule, die litauische Botschaft und Infrastruktureinrichtungen beschädigt.

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Selenskyj bittet erneut um Patriot-Raketen – Trump bremst

Selenskyj forderte mit Blick auf die jüngsten Angriffe erneut die dringende Lieferung von Patriot-Flugabwehrraketen. „Wir brauchen Antworten auf diesen russischen Terror, echte Antworten von der Welt“, sagte er. US-Präsident Donald Trump äußerte sich unterdessen zurückhaltend zu einer möglichen Lizenz für die Produktion der Abfangraketen in der Ukraine. „Diese Waffen sind unglaublich. Wir müssen sehr vorsichtig sein, wenn wir jemandem erlauben, sie zu bauen“, sagte Trump. Selenskyj hatte bei seinem Besuch im Weißen Haus um entsprechende Lizenzen gebeten. Trump hatte im Juli angekündigt, der Ukraine das Recht zur Herstellung von Patriots zu geben, diese Aussage zuletzt aber eingeschränkt.

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Weitere Meldungen: Angriffe, Brand, Proteste, Polen

Im Süden der Ukraine hat ein russischer Angriff auf die Region Cherson mindestens acht Verletzte gefordert, darunter eine Frau. Die Behörden meldeten Schäden an Gebäuden und Fahrzeugen. In Nikopol in der Region Dnipro wurden bei einem Drohnenangriff auf einen Minibus sieben Insassen verletzt. Der regionale Militärverwalter sprach von einem „gezielten und zynischen Angriff auf Zivilisten“. Die russische Armee teilte mit, sie habe Treibstofftanks im Hafen von Odessa und einen Schlepper in Mykolajiw angegriffen; beide seien für die ukrainische Armee bestimmt gewesen. Zudem meldete Moskau die Einnahme der Dörfer Olgiwka in der Region Charkiw und Ljubytske in der Region Saporischschja.

In Moskau ist in der Basilius-Kathedrale auf dem Roten Platz ein Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr löschte den Brand im Büro des Direktors; verletzt wurde niemand. In Kyjiw demonstrierten erneut Tausende Menschen für die Wiedereinsetzung des entlassenen Verteidigungsministers Mychailo Fedorow. „Wir wollen, dass ein fähiger Manager zurückkehrt“, sagte die Demonstrantin Iryna Tkatschuk. Fedorow war nach sechs Monaten im Amt abgelöst worden und gilt als Motor der ukrainischen Drohnenoffensive.

Ein Moskauer Gericht erließ Haftbefehl gegen Schanna Nemzowa, die Tochter des ermordeten Oppositionspolitikers Boris Nemzow. Ihr wird die Beteiligung an einer in Russland als „unerwünscht“ eingestuften Organisation vorgeworfen. Nemzowa reagierte ironisch. Zudem bestellte Polen den russischen Botschafter ein, nachdem ein Marschflugkörper vom Typ Ch-101 in polnischem Gebiet eingeschlagen war. Die polnische Luftwaffe fing außerdem erneut ein russisches Aufklärungsflugzeug über der Ostsee ab. Russlands Getreidelobby warnte vor einer Blockade der Exporte durch ukrainische Drohnenangriffe; dies könnte den Weizenpreis steigen lassen und den Hunger in Afrika und im Nahen Osten verschärfen.