Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin ist am Mittwoch mit erheblichen Beeinträchtigungen gestartet. Pro-Palästina-Aktivisten blockierten mehrere Zufahrtsstraßen zum Messegelände am Berlin ExpoCenter Airport und sorgten für lange Wartezeiten. Die Veranstalter riefen Besucher dazu auf, sich auf Verzögerungen einzustellen.
Festklebeaktionen auf Zufahrtsstraßen
Laut einem Polizeisprecher hatten sich am Vormittag auf dem Wiesenweg vier Männer und Frauen auf der Straße festgeklebt, auf der LPG-Straße waren es drei Personen. Die Zufahrt über die LPG-Straße war kurz vor 11 Uhr noch vollständig blockiert, der Wiesenweg war zumindest halbseitig wieder befahrbar. Die Polizei empfahl ILA-Besuchern, ab der S-Bahn-Haltestelle Waßmannsdorf zu Fuß zum Gelände zu gehen. Die Aktivisten verhielten sich kooperativ. Im Wiesenweg konnten alle Personen befreit werden, in der LPG-Straße klebten einige noch fest.
Polizeigewahrsam bis 18 Uhr
Die Polizei nahm die Aktivistinnen und Aktivisten zur Verhinderung weiterer Straftaten in Gewahrsam – bis um 18 Uhr. Zudem erhielten sie Hausverbot für das Messegelände. Ihnen werden Verstöße gegen das Versammlungsfreiheitsgesetz und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr vorgeworfen.
Gruppe „Peacefully against Genocide“ bekennt sich zur Aktion
Eine Gruppe namens „Peacefully against Genocide“ (deutsch: friedlich gegen den Völkermord) reklamierte die Blockade für sich. Sie kritisiert vor allem Auftritte von Rüstungskonzernen auf der Ausstellung. In der Vergangenheit hatte die Gruppe bereits mehrere Protestaktionen durchgeführt, darunter das Erklettern des Brandenburger Tors und das Beschmieren des Kanzleramts.
ILA 2026: Programm und Besucherhinweise
Die diesjährige ILA am Rande des Hauptstadtflughafens BER wurde am Mittwoch eröffnet. Als Gast wird unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erwartet. Rund 750 Aussteller aus 37 Ländern sind vertreten. Bis Freitag ist die Messe nur für Fachpublikum geöffnet, am Samstag und Sonntag können alle Interessierten das Gelände besuchen – sofern sie sich vorab um Tickets gekümmert haben. Die Veranstalter bitten Besucher, wegen der Vorfälle zusätzliche Zeit für die Anreise einzuplanen.



