Jemen: Regierung beschießt Flughafen Sanaa – Iranisches Flugzeug trotzdem gelandet
Jemen: Regierung beschießt Flughafen Sanaa

Regierung beschießt Landebahn in Sanaa

Die international anerkannte Regierung des Jemen hat am Montag den Flughafen der Hauptstadt Sanaa beschossen, der von der Huthi-Miliz kontrolliert wird. Ziel war es, ein iranisches Flugzeug an der Landung zu hindern. Die Landebahn in Sanaa sei ins Visier genommen worden, teilte die Regierung mit. Anschließend ordnete sie die Schließung aller Flughäfen unter ihrer Kontrolle an. Es handelt sich um die schwerste Eskalation im jemenitischen Bürgerkrieg seit Jahren.

Hintergrund: Huthi-Delegation auf Rückreise aus Iran

Die jemenitische Regierung erklärte, sie habe zuvor vergeblich versucht, die Huthi-Delegation zur Nutzung einer jemenitischen Maschine zu bewegen. Die Delegation befand sich auf der Rückreise von den Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen obersten Führer des Iran, Ayatollah Ali Chamenei. Die Huthis bestanden darauf, einem iranischen Flugzeug die Landung zu erlauben, während ein Flugzeug der nationalen jemenitischen Fluggesellschaft daran gehindert wurde, in Sanaa zu landen.

Iranisches Flugzeug trotz Beschuss gelandet

Nach Angaben des Huthi-Senders al-Masirah landete das iranische Flugzeug ungeachtet des Beschusses in Sanaa. An Bord befanden sich neben der Huthi-Delegation auch Menschen, die medizinische Behandlung benötigten, sowie gestrandete Bürger.

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Der Chef der international anerkannten Regierung, Raschad al-Alimi, erklärte, er wolle den Konflikt begrenzt halten. Er habe angeordnet, das Ausmaß der Konfrontation nicht auszuweiten. Eine Ausweitung würde das Ziel des Iran erreichen, den Jemen und sein Volk in Kriege zu verwickeln, fügte er hinzu.

UN-Sondergesandter ruft zur Deeskalation auf

Der UN-Sondergesandte für den Jemen, Hans Grundberg, rief die Konfliktparteien zur Deeskalation auf. Er sei bereits im Kontakt mit Militärvertretern aller Seiten und rufe sie dazu auf, von jeglichen Handlungen abzusehen, die zu einem erneuten Kreislauf der Gewalt führen könnten.

Spannungen zwischen Huthis und Saudi-Arabien

Die Spannungen im Jemen hatten in den vergangenen Tagen zugenommen. Die Huthis hatten Saudi-Arabien zuvor vorgeworfen, das iranische Flugzeug angegriffen zu haben, das die Huthi-Delegation in den Iran gebracht hatte. Die Rebellen drohten damit, saudiarabische Flughäfen und Versorgungseinrichtungen anzugreifen, sollten sie erneut angegriffen oder ihr Luftraum noch einmal verletzt werden.

Stellvertreterkrieg zwischen Iran und Saudi-Arabien

Der Bürgerkrieg im Jemen begann 2014, als die Huthis die Hauptstadt Sanaa einnahmen. Er gilt als Stellvertreterkrieg zwischen dem Iran und Saudi-Arabien. 2015 begann ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis, zugunsten der Regierungstruppen einzugreifen. Weite Gebiete im Norden werden von der Huthi-Miliz kontrolliert, den Süden kontrolliert ein fragmentiertes Regierungsbündnis. Die Kämpfe wurden im April 2022 durch eine von der UNO vermittelte Waffenruhe weitgehend beendet.

Ein Sprecher der Huthi-Miliz, die sich als Teil der gegen die USA und Israel gerichteten iranischen „Achse des Widerstands“ versteht, warf Saudi-Arabien am Montag vor, die Phase der Deeskalation zu beenden. Die Huthis würden die Aggression nicht unbeantwortet oder ungestraft lassen.

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