Der norwegische Fußballverband hat eine formelle Beschwerde bei der FIFA eingereicht, nachdem die Rote Karte für US-Stürmer Folarin Balogun bei der Fußball-Weltmeisterschaft aufgehoben wurde. Verbandspräsidentin Lise Klaveness wirft der FIFA vor, den Fall zu vertuschen, und fordert eine vollständige Aufklärung des Telefonats zwischen US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino.
Hintergrund: Die umstrittene Aufhebung der Roten Karte
Balogun hatte im WM-Gruppenspiel die Rote Karte erhalten und sollte für das Achtelfinale gegen Belgien gesperrt sein. Doch die Sperre wurde aufgehoben – eine in der jüngeren WM-Geschichte beispiellose Entscheidung. Laut Medienberichten ging der Entscheidung ein Telefonat Trumps mit Infantino voraus. Balogun spielte in Seattle, konnte die 1:4-Niederlage gegen Belgien aber nicht verhindern.
Klaveness: „Gefährdet den gesamten Sport“
„Wer gegen eine solche Regel verstößt, begibt sich auf einen gefährlichen Weg und gefährdet den gesamten Sport“, sagte die 45-jährige Klaveness der englischen „Times“. Norwegens Verband wolle den Fall vollständig aufklären, insbesondere das Telefonat Trumps mit Infantino. Sie kritisierte die FIFA-Funktionäre scharf und warf ihnen vor, den Fall vertuschen zu wollen.
UEFA zeigt sich fassungslos
Auch die UEFA hatte den Fall scharf kritisiert. In einem Statement hieß es: „Wir bringen unsere Fassungslosigkeit angesichts einer solch beispiellosen, unverständlichen und ungerechtfertigten Entscheidung zum Ausdruck.“ Die FIFA habe eine „rote Linie überschritten“. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin verzichtete zudem auf einen Besuch des WM-Finals.
Infantino bestreitet Zusammenhang
Infantino bestreitet, dass das Telefonat mit Trump etwas mit der aufgehobenen Sperre zu tun habe. Die FIFA-Ethikkommission habe die Entscheidung unabhängig getroffen. Allerdings dankte Trump bei der Pressekonferenz vor dem Finale Infantino noch einmal persönlich für die Entscheidung. „Du hast eine großartige, großartige, großartige Entscheidung getroffen“, sagte Trump zu Infantino. „Ich weiß, dass du niemals dafür die Anerkennung bekommst.“



