Explosion in Moskauer Restaurant: Drei Tote durch Sprengsatz
Explosion in Moskauer Restaurant: Drei Tote durch Sprengsatz

Bei der Explosion eines Sprengsatzes in einem Moskauer Restaurant sind drei Menschen ums Leben gekommen. Das Nationale Antiterror-Komitee (NAK) hat nach Angaben der Staatsagentur Tass bestätigt, dass die Detonation durch einen Sprengsatz ausgelöst wurde. Mindestens 21 weitere Personen wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler soll eine Frau versucht haben, den Sprengsatz in das Lokal zu bringen. Ein Sicherheitsmitarbeiter stoppte die Frau – dann detonierte der Sprengsatz. Sowohl die Frau als auch der Wachmann und ein Gast kamen bei der Explosion ums Leben.

Sprengsatz statt Gasunfall

Zunächst hatten die Einsatzkräfte eine Gasexplosion in dem Restaurant vermutet. Doch die Ermittler des Nationalen Antiterror-Komitees kamen nach ersten Untersuchungen zu dem Schluss, dass es sich um einen Sprengsatz handelte, wie Tass unter Berufung auf das Komitee berichtete. Die genaue Bauart und mögliche weitere Bestandteile des Sprengsatzes sind Gegenstand der technischen Untersuchung. Experten sichern derzeit Spuren am Tatort und werten Videoaufnahmen aus den Überwachungskameras aus.

Das betroffene Restaurant „Balzi Rossi“ befindet sich am Gartenring, einer der zentralen Verkehrsadern Moskaus. Der Gartenring umschließt den inneren Stadtkern der russischen Hauptstadt und ist zu jeder Tageszeit stark befahren. In unmittelbarer Nähe des Restaurants liegen mehrere Hotels, Geschäfte und Behördengebäude. Das Lokal selbst war am Abend für eine private Feierlichkeit gebucht. In sozialen Medien kursierten unterschiedliche Angaben darüber, welcher Anlass gefeiert werden sollte. Einige Nutzer berichteten von einer Hochzeitsgesellschaft, andere von einer Geburtstagsfeier für einen General der russischen Streitkräfte. Offizielle Angaben dazu gibt es bislang nicht.

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Unklare Motive und Ermittlungen

Ob hinter dem versuchten Anschlag ein politisches Motiv steckt, ließen die Behörden am Abend offen. Das Nationale Antiterror-Komitee übernahm die Ermittlungen – ein Hinweis darauf, dass die Sicherheitsbehörden eine terroristische Tat nicht ausschließen. In Russland sind Anschläge auf zivile Einrichtungen in den vergangenen Jahren seltener geworden, kommen aber immer wieder vor. Die Behörden verweisen auf erhöhte Sicherheitsvorkehrungen in der Hauptstadt, insbesondere an belebten Orten und bei Veranstaltungen.

Die genauen Tatumstände sind noch unklar. Unbestätigten Berichten zufolge könnte der Sprengsatz in einer Tasche versteckt gewesen sein. Die Frau soll an der Tür des Restaurants von dem Sicherheitsmitarbeiter gestoppt worden sein. Dabei könnte es zu einem Handgemenge gekommen sein, das die Explosion auslöste. Diese Darstellung ist jedoch bislang nicht offiziell bestätigt. Die Behörden haben bisher weder den Namen der Frau noch mögliche Verbindungen zu extremistisch motivierten Gruppen genannt.

Einsatz der Rettungskräfte

Nach der Explosion war ein Großaufgebot an Rettungskräften und Polizei im Einsatz. Die Verletzten wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Der Bereich um das Restaurant wurde weiträumig abgesperrt. Die Polizei riegelte den Gartenring in beide Richtungen zeitweise ab, was zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führte. In den Krankenhäusern der Stadt wurden zusätzliche Kapazitäten für die Versorgung der Verletzten bereitgestellt.

Das Nationale Antiterror-Komitee kündigte weitere Details zu den Ermittlungen an. Nach Angaben von Tass soll die Bevölkerung über die Ergebnisse informiert werden, sobald die Untersuchung abgeschlossen ist. Die Ermittler konzentrieren sich nach eigenen Angaben auf die Identität der Frau, die den Sprengsatz hineinbringen wollte, sowie auf mögliche Hintermänner. Ob die Frau allein handelte oder Teil einer größeren Gruppe war, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Die Explosion in dem Moskauer Restaurant erinnert an frühere Anschläge in der russischen Hauptstadt, bei denen insbesondere in den 2000er Jahren immer wieder U-Bahnen, Flughäfen und öffentliche Einrichtungen attackiert wurden. In jüngerer Zeit sind solche Anschläge seltener geworden. Die Sicherheitsbehörden haben ihre Kontrollen an öffentlichen Orten verstärkt und setzen vermehrt auf Videoüberwachung und personelle Präsenz. Dennoch kommt es gelegentlich zu Vorfällen wie dem jetzigen, bei denen die Ermittler von einem versuchten Anschlag ausgehen.

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Wie genau der Sprengsatz gezündet wurde und ob es weitere Beteiligte gibt, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Die Behörden bitten Zeugen, die sich zum Zeitpunkt der Explosion in der Nähe des Restaurants aufgehalten haben, sich zu melden. Besonders wichtig seien Hinweise auf verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Umfeld des Lokals, hieß es. Die Auswertung der Überwachungskameras und die Befragung von Anwohnern laufen auf Hochtouren.