Trump attackiert Justiz nach Einstellung im Reflecting-Pool-Verfahren
Trump attackiert Justiz nach Verfahrensende im Pool-Fall

Staatsanwältin Jeanine Pirro hat am Freitag überraschend die Einstellung des Verfahrens gegen David Hearn bekannt gegeben. Der frühere US-Olympiateilnehmer war beschuldigt worden, den Reflecting Pool in Washington mutwillig beschädigt zu haben. Die neuen Erkenntnisse „untergraben die Beweisgrundlage für die Anklage“, erklärte Pirro in einer Stellungnahme. Bei den Schäden handle es sich nicht um das Werk eines Einzeltäters, sondern um die Folge verpfuschter Renovierungsarbeiten, die von US-Präsident Donald Trump überstürzt angeordnet worden waren.

Der 67-jährige Hearn war im Juni festgenommen und wegen schwerer Sachbeschädigung angeklagt worden. Ihm drohten bis zu zehn Jahre Haft. Die Vorwürfe basierten ursprünglich auf Zeugenaussagen, die Hearn belasteten. Sein Anwalt Norm Eisen wies die Anschuldigungen jedoch von Beginn an zurück. Er warf Trump vor, unschuldige Bürger zum „Sündenbock“ für die eigenen Fehler bei der Renovierung zu machen.

Baupfusch am Nationaldenkmal

Die Renovierungsarbeiten an dem historischen Becken, das sich zwischen Lincoln Memorial und Washington Monument erstreckt, hatten in Washington für Aufsehen gesorgt. Trump hatte einen Neuanstrich mit Schwimmbadfarbe angeordnet. Kurz nach der Wiedereröffnung löste sich der Bodenbelag vielerorts ab, außerdem befiel Algen das Wasser. Um die Algen zu bekämpfen, leiteten Bedienstete Chemikalien in das Becken – nach Einschätzung von Experten ein möglicher Auslöser für die Ablösung der Beschichtung. Die Staatsanwaltschaft kam nun zu dem Ergebnis, dass die Schäden auf Baumängel zurückgehen, die das beauftragte Bauunternehmen zu verantworten hat.

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Trump: „Ich verstehe nicht, was sie sich dabei gedacht hat“

Präsident Trump reagierte wütend auf die Entscheidung. Auf seiner Plattform Truth Social stellte er die langjährige Vertraute öffentlich an den Pranger. „Ich stimme ihr zu 100 Prozent nicht zu“, schrieb Trump. „Ich verstehe nicht, was sie sich dabei gedacht hat?“ Der Republikaner beharrte darauf, dass der massive Schaden an seinem Herzensprojekt von Vandalen verursacht worden sei. „Es mag zwar gewisse Probleme mit den Auftragnehmern gegeben haben, aber der massive Schaden wurde von VANDALEN verursacht!“, polterte er weiter. Kurz darauf postete Trump kommentarlos ein KI-generiertes Bild von sich selbst in Elvis-Presley-Manier – inklusive schwarzer Brusthaare und deutlich schlankerer Silhouette als im echten Leben.

Umstrittener Bauunternehmer aus Trumps Nachbarschaft

Die Umstände der Vergabe sorgen für weitere Kritik. Für die Renovierung des Beckens waren rund 14 Millionen Dollar (gut zwölf Millionen Euro) veranschlagt worden. Die Arbeiten fanden kurz vor den 250-Jahr-Feiern der USA am 4. Juli statt. Den Auftrag erhielt der mit Trump befreundete Unternehmer JJ Cafaro – ohne jede öffentliche Ausschreibung. Cafaro war bereits wegen versuchter Bestechung vorbestraft. Seine Firma trägt den ironischen Namen „Greenwater Services“ und hat ihren Sitz in Florida; Cafaro ist dort ein Nachbar von Trump. Nun soll ausgerechnet dieselbe Firma die Schäden ausbessern, die sie laut Staatsanwaltschaft mitverursacht hat.

Hearns Anwälte fordern Entschuldigung

David Hearns Anwälte zeigten sich am Freitag erleichtert. Der Fall „hätte niemals vor Gericht gebracht werden dürfen“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Die Einstellung mache „den Missbrauch staatlicher Macht bei der Festnahme und Anklage eines patriotischen Amerikaners, der nichts Unrechtes getan hat, nicht ungeschehen“. Von der Regierung Trump forderten die Anwälte eine formelle Entschuldigung.

Zugleich veröffentlichte Trump auf Truth Social ein Video, das seine Vandalismus-These untermauern soll. Darin sind angebliche Messerspuren an dem Becken zu sehen. Auf den Aufnahmen ist jedoch nichts zu erkennen, was als eindeutiger Nachweis für die Behauptung des Präsidenten gelten könnte. Der Fall verdeutlicht das angespannte Verhältnis zwischen Trump und der Justiz. Die Einstellung des Verfahrens ist ein weiterer Rückschlag für den Präsidenten, der das Projekt zu seinem persönlichen Prestigeprojekt gemacht hatte.

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