Allianz erhöht Bauzinsen: Effektivzins steigt auf 4,74 Prozent
Allianz erhöht Bauzinsen: Effektivzins auf 4,74 %

Die Bauzinsen in Deutschland setzen ihren Aufwärtstrend fort. Nachdem bereits die ING und die Commerzbank ihre Konditionen angehoben haben, zieht nun auch die Allianz nach. Ab dem 17. Juli 2026 gelten bei dem Finanzdienstleister höhere Zinssätze für Immobilienkredite. Der effektive Jahreszins steigt auf 4,74 Prozent, nach zuvor 4,69 Prozent. Für Kreditnehmer bedeutet dies höhere monatliche Belastungen.

Allianz erhöht Bauzinsen: Details zur Zinsanpassung

Die Allianz hat eine Zinserhöhung für Baufinanzierungen angekündigt, die ab dem 17. Juli 2026 in Kraft tritt. Laut repräsentativem Beispiel liegt der gebundene Sollzins dann bei 4,62 Prozent pro Jahr (zuvor 4,57 Prozent), der effektive Jahreszins bei 4,74 Prozent (zuvor 4,69 Prozent). Die Berechnung basiert auf einem Nettodarlehen von 150.000 Euro, einer Zinsbindung von 25 Jahren, einer anfänglichen Tilgung von 2 Prozent und einem Beleihungsauslauf von 80 Prozent des Marktwerts. Die monatliche Rate steigt von 821,25 Euro auf 827,50 Euro – eine Erhöhung um 6,25 Euro monatlich beziehungsweise 75 Euro pro Jahr.

Marktvergleich: Allianz liegt über Top-Zinsen

Im Vergleich zu günstigen Angeboten am Markt schneidet die Allianz eher teuer ab. Der Kreditvermittler Dr. Klein gibt eine Top-Zinsspanne von 3,57 bis 4,22 Prozent für Immobilienfinanzierungen an, je nach Sollzinsbindung. Die Allianz liegt mit 4,74 Prozent effektivem Jahreszins deutlich darüber. Auch der Konkurrent Interhyp nennt einen Top-Zins von 4,17 Prozent, allerdings für eine zwanzigjährige Zinsbindung. Experten raten daher zu einem gründlichen Vergleich der Angebote, da die Konditionen stark von der individuellen Bonität, dem Immobilienwert und dem Eigenkapitalanteil abhängen.

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Bauzinsen bei der Commerzbank ebenfalls gestiegen

Bereits am 14. Juli hatte die Commerzbank ihre Bauzinsen angehoben. Im repräsentativen Beispiel liegt der effektive Jahreszins jetzt bei 4,00 Prozent, nach zuvor 3,88 Prozent. Die Bank kalkuliert mit 100.000 Euro, zehn Jahren Zinsbindung und einer Finanzierung selbst genutzten Wohneigentums bis maximal 60 Prozent des Beleihungswertes. Die monatliche Rate beträgt nun 1009,13 Euro, zuvor waren es 1003,45 Euro – ein Plus von 5,68 Euro monatlich beziehungsweise rund 68 Euro jährlich. Auch hier zeigt der Marktvergleich günstigere Alternativen: Interhyp bietet für eine zehnjährige Laufzeit einen Zins von 3,84 Prozent, während die Commerzbank bei 3,93 Prozent Sollzins und 4,00 Prozent effektiv liegt.

Trendwende nach temporärem Zinsrückgang

In den Wochen zuvor hatten mehrere Banken ihre Bauzinsen gesenkt, was auf die Hoffnung auf eine friedliche Lösung im Iran-Krieg zurückgeführt wurde. Die erneute militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran hat diese Entwicklung jedoch gestoppt. Jörg Utecht, CEO der Interhyp-Gruppe, erklärt: „Nach dem Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran waren die Bauzinsen zunächst spürbar unter die Marke von 4 Prozent gesunken. Die jüngste Eskalation im Nahen Osten dürfte diese Entwicklung stoppen. Die Renditen der Staatsanleihen haben bereits wieder spürbar angezogen – und in der Folge dürften auch die Bauzinsen bald wieder anziehen.“ Für Immobilieninteressenten bedeutet dies, dass die Phase der Marktentspannung vorbei ist. Utecht rät zu einem detaillierten Vergleich der Anbieter, da die Kreditinstitute unterschiedlich schnell auf die neue Nachrichtenlage reagieren.

ING erhöht Bauzinsen um 10 Basispunkte

Bereits am 9. Juli hatte die ING eine Zinserhöhung um 10 Basispunkte über alle Zinsbindungen hinweg angekündigt. Das repräsentative Beispiel der ING bleibt jedoch unverändert: Bei einem Darlehen von 300.000 Euro, 15 Jahren Zinsbindung, 3 Prozent anfänglicher Tilgung und 85 Prozent Beleihung liegt der Sollzins bei 4,10 Prozent, der effektive Jahreszins bei 4,20 Prozent. Die monatliche Rate beträgt weiterhin 1775 Euro. Im Vergleich zu Interhyp (4,00 Prozent für 15 Jahre) und Dr. Klein (Top-Spanne 3,57 bis 4,24 Prozent) liegt die ING im oberen Bereich.

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PSD Bank senkt Bauzinsen – ein Lichtblick

Ein positiver Ausreißer ist die PSD Bank Nürnberg, die ihre Bauzinsen am 8. Juli erneut gesenkt hat. Der effektive Zins fiel von 3,46 auf 3,44 Prozent bei einem Darlehen von 300.000 Euro, zehn Jahren Zinsbindung, 1 Prozent Tilgung und 50 Prozent Beleihung. Die monatliche Rate sank von 1302,49 Euro auf 1296,59 Euro – eine Ersparnis von rund sechs Euro monatlich oder 70 Euro jährlich. Die PSD Bank tritt sowohl als Darlehensgeber als auch als Vermittler auf und vergleicht Angebote von rund 400 Anbietern. Im Marktvergleich liegt sie mit 3,44 Prozent effektivem Jahreszins deutlich unter dem üblichen Zins von 3,80 Prozent (Interhyp) und unter der Top-Spanne von Dr. Klein (3,57 bis 4,24 Prozent).

Zinsbarometer: Sinkende Zinsen über mehrere Laufzeiten

Das Zinsbarometer von Immoscout24 zeigte am 7. Juli sinkende Konditionen über fast das gesamte Laufzeitenspektrum. Obwohl die EZB im Juni die Leitzinsen angehoben hatte, orientieren sich Bauzinsen an den Renditen der Bundesanleihen, die den Schritt bereits eingepreist hatten. Konkret sank der Zins für fünfjährige Zinsbindung von 3,95 auf 3,83 Prozent, für zehnjährige von 3,85 auf 3,80 Prozent, für 15-jährige von 4,16 auf 4,05 Prozent. Lediglich bei 20-jähriger Zinsbindung stieg der Zins minimal von 4,19 auf 4,20 Prozent. Die kurze Laufzeit liegt nur noch knapp über der zehnjährigen – ein Phänomen der Zinskurveninversion, das auf kurzfristig höhere Risiken hinweist.

Fazit: Vergleichen lohnt sich

Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass Bauzinsen starken Schwankungen unterliegen. Während einige Banken wie die PSD Bank Nürnberg ihre Konditionen senken, erhöhen andere wie Allianz, Commerzbank und ING die Zinsen. Ein gründlicher Vergleich der Angebote ist daher unerlässlich, um die günstigste Finanzierung zu finden. Die Höhe des Zinssatzes hängt maßgeblich von der Bonität, dem Beleihungswert und der Zinsbindung ab. Kreditnehmer sollten zudem bedenken, dass auch kleine Zinsunterschiede die monatliche Rate und die Gesamtkosten erheblich beeinflussen können.