Iran-Konflikt bedroht globale Ölversorgung: Spritpreise könnten um 50 Prozent steigen
Die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten hat unmittelbare Auswirkungen auf den weltweiten Ölhandel. Nach den Raketenangriffen der USA und Israels auf den Iran, bei denen der Oberste Führer Ali Chamenei getötet wurde, hat Teheran als Reaktion den Schiffsverkehr in der strategisch entscheidenden Straße von Hormus vorübergehend gestoppt.
Die Straße von Hormus: Eine lebenswichtige Handelsroute
Die Meerenge zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel ist eine der wichtigsten Seehandelsrouten der Welt. Sie stellt die einzige Verbindung zwischen dem Persischen Golf und dem offenen Arabischen Meer dar. Im Jahr 2024 passierten durchschnittlich etwa 20 Millionen Barrel Rohöl täglich diese Engstelle, was fast 20 Prozent des weltweiten Verbrauchs entspricht. Zusätzlich verläuft etwa ein Fünftel des globalen Handels mit verflüssigtem Erdgas durch diese Route, hauptsächlich aus Katar.
Ökonomische Folgen: Drohender Preisanstieg bei Öl und Benzin
Der renommierte Volkswirt Professor Clemens Fuest warnt vor den wirtschaftlichen Konsequenzen einer längerfristigen Blockade. „Eine längere Schließung der Straße von Hormus könnte den Ölpreis in Richtung 100 Dollar pro Barrel steigen lassen“, erklärt der Experte. Derzeit bewegt sich der Weltmarktpreis zwischen 67 und 72 Dollar pro Barrel. Ein Anstieg auf 100 Dollar würde somit einen Preissprung von bis zu 50 Prozent bedeuten, der sich direkt auf Wirtschaft und Verbraucher auswirken würde.
OPEC reagiert mit Förderausweitung
Die Ölländer der OPEC+ haben bereits Gegenmaßnahmen angekündigt. Ab April planen sie, ihre tägliche Förderung um 206.000 Barrel zu erhöhen, um den Marktpreis zu entlasten. Bisher liegt die tägliche Produktion bei 106,6 Millionen Barrel. Diese Maßnahme soll die drohende Verknappung durch die Blockade abfedern.
Deutschland besonders betroffen
Die volkswirtschaftlichen Auswirkungen für Deutschland hängen maßgeblich von der Dauer des Konflikts ab. Professor Fuest betont: „Ein dauerhafter Konflikt oder eine Ausweitung auf weitere Länder könnte gravierende Folgen haben.“ Kurzfristige Unterbrechungen von ein bis zwei Wochen würden dagegen nur geringe wirtschaftliche Schäden verursachen. Dennoch bleibt die Situation angespannt, da zahlreiche Öltanker derzeit im Persischen Golf festsitzen und nicht in Richtung Europa auslaufen können.
Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit großer Sorge, da eine anhaltende Blockade der Straße von Hormus nicht nur die Energiepreise, sondern auch die globale Wirtschaftsstabilität ernsthaft gefährden könnte.



