Brandenburgs Spargelbauern starten mit Hoffnung und Sorgen in die Saison
Brandenburgs Spargelbauern starten mit Hoffnung in Saison

Brandenburgs Spargelbauern starten mit Hoffnung und Sorgen in die Saison

Die Spargelbauern in Brandenburg blicken mit gemischten Gefühlen auf die kommende Saison. Einerseits hoffen sie auf einen frühen Start mit ersten Ernten bereits zu Ostern, andererseits belasten sinkende Anbauflächen und steigende Kosten die Branche.

Frühe Ernte zu Ostern geplant

Ab Ende März soll die Erntezeit für den beliebten Beelitzer Spargel beginnen. „Jeder Sonnentag ist ein gewonnener Tag“, betonte Jürgen Jakobs, Vorsitzender des Beelitzer Spargelvereins. Die Landwirte haben bereits Plastikfolien über die Spargeldämme gezogen, um die Bodentemperatur zu regulieren und das Wachstum zu beschleunigen.

Zu Ostern in der ersten Aprilwoche rechnen die Bauern mit ersten Verkäufen. Das Kilo Spargel wird dann voraussichtlich zwischen 12 und 15 Euro kosten. In der Hauptsaison ab Mai soll der Preis auf etwa 8 Euro pro Kilo fallen, sodass das Gemüse auch im Handel erschwinglich bleibt.

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Rückläufige Entwicklung bei Anbauflächen

Die Region um Beelitz bleibt zwar Brandenburgs größtes Spargelanbaugebiet, doch die Gesamtsituation zeigt besorgniserregende Trends:

  • Die Zahl der Spargelbauern geht kontinuierlich zurück
  • Die Anbaufläche schrumpft weiter
  • Die Erntemengen nehmen ab

Nach Angaben des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg wurde Spargel 2025 auf nur noch rund 3.400 Hektar angebaut – knapp 160 Hektar weniger als im Vorjahr. Die Erntemenge sank um 1.500 Tonnen auf insgesamt 18.700 Tonnen.

Herausforderungen durch steigende Kosten

Besondere Sorgen bereiten den Landwirten die gestiegenen Arbeitskosten durch den erhöhten Mindestlohn. „Ein Preisanstieg ist im Handel kaum durchsetzbar“, erklärte Jakobs. Würden die Preise zu stark steigen, könnte die Akzeptanz der Kunden schwinden.

Diese Kostendruck zwingt die Branche zum Umdenken. Bislang stechen meist ausländische Erntehelfer den Spargel per Hand. Doch die Zukunft könnte anders aussehen.

Maschinelle Ernte als mögliche Lösung

Die Frage nach maschineller Unterstützung wird in der Branche immer drängender. „Ob ich es will oder nicht, irgendwann wird man dabei landen“, räumte Jakobs ein. Er selbst setzt bisher noch keine Erntemaschinen ein, kennt entsprechende Technologien aber aus den Niederlanden.

Die Automatisierung könnte helfen, die Arbeitskosten zu senken und die Konkurrenzfähigkeit zu erhalten. „Damit wir noch konkurrenzfähig sind, müssen wir die Arbeitskosten senken“, so Jakobs. Die Branche steht damit vor einem grundlegenden Wandel.

Während Spargelbauer Malte Voigts aus Kremmen im Kreis Oberhavel bereits via Instagram verkündete: „Jetzt bringen wir den Spargel zum Wachsen. Ostern haben wir Spargel“, bleibt die langfristige Perspektive der Brandenburger Spargelbauern ungewiss. Der Ostersonntag am 5. April könnte den Start einer Saison markieren, die über die Zukunft einer traditionsreichen Branche entscheidet.

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