Ferienstart: Stau-Alarm auf Baden-Württembergs Autobahnen
Ferienstart: Stau auf Baden-Württembergs Autobahnen

Der Ansturm hat begonnen: Schon am frühen Freitagmorgen stauten sich die Fahrzeuge auf den wichtigsten Autobahnen Baden-Württembergs. Die Verkehrsmeldungen zeigten ein dichtes Bild von der A8 über die A5 bis zur A81. Wer in Richtung Süden aufbrechen wollte, musste erhebliche Zeit einplanen. Die Polizei meldete allein im Großraum Stuttgart mehrere Unfälle, die zusätzlich zu Verzögerungen führten.

Nach Angaben der Verkehrsmanagementzentrale des Landes lag die Gesamtlänge der Staus am Vormittag zeitweise bei über 80 Kilometern. Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den Tagen vor den Sommerferien. Besonders betroffen war die A8 zwischen Stuttgart und Ulm: Auf diesem Abschnitt zählten die Behörden zehn Kilometer stockenden Verkehr – mitten in der Ferienzeit.

Diese Strecken sind besonders betroffen

Neben der A8 standen auch die A5 bei Karlsruhe und die A6 im Raum Heilbronn im Fokus. Auf der A81 Richtung Süden bewegte sich der Verkehr nur schrittweise vorwärts. Die A3 zwischen Nürnberg und Würzburg, die ebenfalls von Urlaubern genutzt wird, war am späten Vormittag aufgrund eines Unfalls für eine Stunde gesperrt – auch das machte sich in den Meldungen bemerkbar.

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Die Ferienreisenden haben offenbar zeitig aufbrechen wollen: Viele nutzen bereits den Donnerstagabend. Doch auch am Freitag waren die Straßen voll. Der ADAC hatte vorausgesagt, dass es „voller werden würde“. Nach Einschätzung der Experten ist mit den höchsten Stauständen am Samstag zu rechnen, wenn die meisten Urlauber starten.

Unfälle und Baustellen machen die Lage schlimmer

Die Situation wurde zusätzlich durch mehrere Unfälle verschärft. Auf der A8 bei Mühlhausen geriet ein Wohnmobil in Brand, die Fahrbahn musste komplett gesperrt werden. Die Folge war ein Rückstau von mehreren Kilometern. Auf der A5 bei Bühl kollidierten drei Pkw, ein Fahrer wurde leicht verletzt. Die Bergung dauerte rund 45 Minuten.

Jede dieser Sperrungen sorgte für eine Kettenreaktion auf den Ausweichstrecken: Bundesstraßen wie die B27 oder die B10 waren ebenfalls mit einem hohen Verkehrsaufkommen konfrontiert. Ortsdurchfahrten verstopften, Anwohner klagten über Lärm und Abgase. Die Kommunen empfehlen deshalb, den Ortskernen möglichst fernzubleiben und sich an den ausgeschilderten Umleitungen zu orientieren.

ADAC empfiehlt Nachtfahrten und Ausweichrouten

Der ADAC hat seine Mitglieder aufgerufen, die Reisezeit clever zu planen. Wer die Möglichkeit hat, sollte die Fahrt auf die Nacht verlegen. Zwischen 20 und 6 Uhr ist auf den Autobahnen in der Regel deutlich weniger los, erklärte der Club bereits im Vorfeld. Auch die Nutzung von Verkehrs-Apps wie Google Maps oder der Waze-App könne helfen, Staus frühzeitig zu umfahren – allerdings nur, wenn sich alle Fahrer daran halten und nicht jeder die gleiche Nebenstraße nimmt.

Die Verkehrsmanagementzentrale Baden-Württemberg setzt außerdem auf digitale Anzeigen an den Autobahnen. Dort werden Alternativrouten eingeblendet, etwa über die B 28 oder die B 30. Die Bahn ist gerade für Urlauber, die nach Österreich oder in die Schweiz wollen, eine echte Alternative: Die Deutsche Bahn verstärkt ihr Angebot auf den Strecken München–Zürich und Stuttgart–Mailand.

Rückreisewelle trifft auf Urlauberströme

Nicht nur die Hinreise, auch die Rückreise ist ein Thema. Viele Urlauber, die bereits in den vergangenen Wochen Ferien gemacht haben, sind auf dem Heimweg. Sie treffen auf Autofahrer, die gerade in den Urlaub starten. Auf den Rastanlagen an der A8 und A5 herrschte am Freitag großer Andrang. Die Sanitäranlagen waren überlastet, vor den Kassen bildeten sich lange Schlangen.

Die Tankstellen verzeichneten einen Umsatzrekord: Innerhalb weniger Stunden wurden auf der Raststätte Aichelberg rund 18.000 Liter Benzin verkauft – so viel wie an normalen Tagen kaum. Auch die Restaurants meldeten einen Ansturm auf Pommes und Kaffee. Manche Reisende mussten mehr als 20 Minuten an der Kasse anstehen.

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Prognose für das Wochenende und die nächsten Wochen

Der ADAC erwartet, dass die Staus am Samstag zwischen 10 und 16 Uhr den Höhepunkt erreichen. Wer in den Süden will, sollte idealerweise vor 6 Uhr starten. Auch am Sonntagnachmittag wird mit Rückreiseverkehr aus den Naherholungsgebieten gerechnet. Die Polizei wird an den wichtigsten Knotenpunkten zusätzliche Streifen einsetzen und die Verkehrsflüsse überwachen.

Die Sommerferien in Baden-Württemberg dauern noch bis Mitte September. Das bedeutet: Die Belastung wird in den kommenden Wochen anhalten. Insbesondere in den ersten drei Wochen der Ferien wird der Verkehr auf den Routen in die Alpen und an die Küsten stark bleiben. Die Behörden rechnen damit, dass sich ab August die Lage etwas entspannt, weil die Zahl der Urlaubsreisenden zurückgeht.