Kein Bus mehr am Abend: Landrat rechnet mit AVV-Einschnitten
Kein Bus am Abend: AVV-Einschnitte erwartet

Der Landkreis Augsburg bereitet die Fahrgäste des öffentlichen Nahverkehrs auf ein schrumpfendes Busangebot in den Abendstunden vor. Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, zeichnet sich ab, dass Landrat Martin Sailer einen Sparkurs im AVV mitträgt. Die Finanzlage der Verkehrsbetriebe hat sich so stark verschlechtert, dass ein Weiterbetrieb im bisherigen Umfang nicht zu gewährleisten ist.

Hintergrund sind unter anderem gestiegene Kosten für Energie und Fahrpersonal. Zugleich fehlen den Kommunen die Mittel, um diese Mehrausgaben auszugleichen. Sailer machte in einer Kreistagssitzung deutlich, dass Einsparungen unumgänglich seien. Er stimme die Bürger auf Einschnitte ein, hieß es aus dem Landratsamt.

Weniger Abendfahrten im AVV

Konkret bedeutet dies: Zahlreiche Buslinien im Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund, zu dem die Stadt Augsburg sowie die Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg gehören, werden künftig möglicherweise nicht mehr bis spät in die Nacht fahren. Betroffen wäre vor allem der späte Abend.

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Nach Informationen der Augsburger Allgemeinen sollen zwar die Hauptlinien erhalten bleiben, doch viele Nebenlinien würden ausgedünnt oder ganz gestrichen. Dies träfe vor allem Bewohner kleinerer Gemeinden, die in den Abendstunden auf den Bus angewiesen sind.

Kritik von Opposition und Bürgermeistern

Die geplanten Kürzungen stoßen auf Widerstand. Oppositionspolitiker im Kreistag verlangen, Alternativen zu prüfen, etwa eine stärkere Beteiligung des Freistaats oder die Einführung flexibler Bedienformen. Auch einige Bürgermeister schlagen Alarm. Sie fürchten, dass insbesondere ältere Menschen und Jugendliche ohne Auto abgehängt werden.

Der Landrat hält jedoch an dem Sparkurs fest. Er verwies darauf, dass allein die Lohnkosten der Busfahrer in den letzten Jahren deutlich gestiegen seien. Eine Fortschreibung des bisherigen Fahrplans würde den Landkreis erhebliche Summen kosten, das sei nicht zu verantworten.

Wie geht es weiter?

In den kommenden Wochen soll ein Konzept erarbeitet werden, das die Streichungen möglichst sozial verträglich gestaltet. Der neue Fahrplan könnte bereits in den kommenden Monaten in Kraft treten. Der AVV will die Fahrgäste rechtzeitig informieren und alternative Mobilitätsangebote wie Rufbusse oder Sammeltaxen prüfen.

Für die Pendler in der Region bedeutet dies zunächst Unsicherheit. Sie sollten die offiziellen Informationen des Landratsamts und des AVV beobachten. Möglicherweise wird es Übergangsfristen geben, um die Umstellung abzufedern.

Die Entscheidung wird zeigen, wie viel Mobilität sich die öffentliche Hand in der Region künftig noch leisten kann. Fest steht: Die Zeiten, in denen Busse im Landkreis Augsburg bis Mitternacht fahren, dürften bald vorbei sein.

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