Die letzten Stunden von El Mencho: Geheimdienste, eine Geliebte und ein tödlicher Hinterhalt
Die letzten Stunden des mexikanischen Drogenbosses Nemesio Oseguera Cervantes, besser bekannt als El Mencho, lesen sich wie ein Drehbuch aus einer Narco-Serie. Geheimdienstinformationen, eine Geliebte und eine heftige Schießerei spielten die entscheidende Rolle bei der Tötung des mächtigsten Drogenbosses Mexikos. Einen Tag nach dem Militäreinsatz gewährte das mexikanische Militär detaillierte Einblicke in das Vorgehen, das zum Ende des Anführers des Kartells Jalisco Nueva Generación (CJNG) führte.
Die Falle: Eine Hütte am Waldrand und eine Geliebte
Bei den Ermittlungen identifizierte das Militär zunächst einen Mann als Vertrauensperson einer Geliebten von El Mencho. Zwei Tage vor dem Einsatz brachte dieser Mann die Frau zu einem Hüttenkomplex am Waldrand nahe Tapalpa im Bundesstaat Jalisco. Die Frau verließ den Ort am nächsten Tag, während El Mencho in der Hütte blieb. Mit Hilfe von US-Geheimdienstinformationen und eigener Überwachung gelang es den mexikanischen Sicherheitskräften, den Drogenboss aufzuspüren.
Präsidentin Claudia Sheinbaum betonte, dass ausschließlich mexikanische Sicherheitskräfte an dem Einsatz beteiligt waren. Als das Militär schließlich zuschlug, leisteten die schwer bewaffneten Leibwächter von El Mencho erbitterten Widerstand. Es kam zu heftigen Kämpfen, bei denen der Drogenboss mit seinem engsten Kreis in den Wald floh.
Die Flucht und der tödliche Ausgang
Verteidigungsminister General Ricardo Trevilla Trejo schilderte, dass sich El Mencho im Gebüsch versteckte, wo es erneut zu einer Schießerei kam. Ein Militärhubschrauber wurde von Schüssen getroffen. Bei den Gefechten wurden El Mencho und zwei seiner Leibwächter schwer verletzt. Ein Helikopter sollte sie in eine Klinik in Jalisco bringen, doch auf dem Weg erlag der Drogenboss seinen Verletzungen.
Der Plan wurde daraufhin geändert: Das Militär flog die Leiche nach Morelia im Bundesstaat Michoacán, wo ein Jagdflugzeug der Luftwaffe wartete, um sie nach Mexiko-Stadt zu transportieren. Die Operation markierte das Ende einer langen Jagd auf einen der gefürchtetsten Drogenbosse der Welt.
Emotionale Pressekonferenz und hohe Verluste
Angesichts der hohen Zahl getöteter Soldaten brach General Trevilla bei der Pressekonferenz im Nationalpalast in Tränen aus. Mindestens 25 Angehörige der Nationalgarde kamen bei Angriffen von Bandenmitgliedern nach der Festnahme des Drogenbosses ums Leben. Diese Verluste unterstreichen die Brutalität des Konflikts zwischen Sicherheitskräften und Drogenkartellen in Mexiko.
Die letzten Stunden von El Mencho zeigen, wie Geheimdienstkooperation, Überwachung und persönliche Beziehungen in einem tödlichen Spiel zusammenkamen. Während die mexikanische Regierung den Erfolg der Operation feiert, bleiben Fragen nach den langfristigen Auswirkungen auf das Drogenkartell und die Sicherheitslage im Land.



