Großbritannien und Schweiz vereinbaren Freihandelsabkommen
GB und Schweiz: Freihandelsabkommen vereinbart

Großbritannien und die Schweiz haben ein weitreichendes Freihandelsabkommen geschlossen, das vor allem die Dienstleistungsbranchen beider Länder stärken soll. Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin betonte bei der Verkündung der Einigung in Bern die Bedeutung von Rechtssicherheit in Zeiten wachsenden Protektionismus. Ohne diese verlangsamten sich Investitionen, sagte Parmelin gemeinsam mit dem britischen Handelsminister Peter Kyle.

Bedeutendstes Dienstleistungsabkommen für Großbritannien

Peter Kyle bezeichnete das Abkommen als das bedeutendste Dienstleistungshandelsabkommen, das Großbritannien je ausgehandelt habe. „Es wird der britischen Wirtschaft und den Verbrauchern enorme Vorteile bringen“, so Kyle. Das Abkommen soll das bilaterale Handelsvolumen langfristig um rund 7,9 Milliarden Franken pro Jahr steigern, was einem Zuwachs von 25 Prozent entspricht. Die Unterzeichnung ist für Ende 2026 geplant.

Visafreies Arbeiten und Roaming-Wegfall

Die Vereinbarung sieht unter anderem vor, dass Dienstleister etwa aus der Finanzbranche für bis zu 90 Tage im Jahr visumfrei im jeweils anderen Land arbeiten dürfen. Britische Unternehmen können Mitarbeiter für bis zu fünf Jahre ohne vorherige arbeitsmarktliche Prüfungen in Schweizer Niederlassungen entsenden. Für die Pharmaindustrie sichert der Vertrag den Schutz geistigen Eigentums, einschließlich einer zehnjährigen Schutzfrist für Humanarzneimittel. Geplant ist darüber hinaus der Wegfall von Roaming-Gebühren sowie die Nutzung elektronischer Grenzkontrollen für britische Staatsbürger bei der Einreise in die Schweiz.

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Hintergrund: US-Zollpolitik als Treiber

Die Regierung in Bern bemüht sich verstärkt um neue Freihandelsabkommen, nachdem US-Präsident Donald Trump im vergangenen Jahr Strafzölle von 39 Prozent auf Schweizer Produkte verhängt hatte – damals der höchste Wert für ein europäisches Land. Bereits Anfang des Monats hatte die Schweiz gemeinsam mit den weiteren Ländern der Europäischen Freihandelsassoziation Efta, Island, Liechtenstein und Norwegen, verkündet, dass die Verhandlungen mit Vietnam über ein Freihandelsabkommen abgeschlossen seien.

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