Der überraschende Tod von US-Senator Lindsey Graham am Samstag hat die politische Welt erschüttert. Der Republikaner aus South Carolina war einer der lautstärksten Unterstützer der Ukraine im Kampf gegen Russland. Doch noch am Freitag, einen Tag vor seinem Tod, zeigte sich Graham zuversichtlich: „Ich war noch nie so optimistisch wie heute“, sagte er nach einem Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kyjiw.
Ein letzter Auftritt vor symbolträchtiger Kulisse
Graham sprach vor den goldenen Zwiebeltürmen des orthodoxen Michaelisklosters, einem der wichtigsten nationalen Symbole der Ukraine. Das Kloster ist dem Erzengel Michael gewidmet, dem Schutzpatron der Hauptstadt. Hinter Graham war eroberte russische Militärausrüstung aufgereiht, darunter Panzer. Diese Inszenierung unterstrich seine unerschütterliche Haltung gegenüber Moskau.
Der Senator hatte zuvor einen umfassenden Sanktionsplan gegen Russland ausgearbeitet, der als sein „letzter großer Plan“ gilt. Er sah unter anderem ein vollständiges Öl- und Gasembargo sowie die Ausweitung der Sanktionen auf alle russischen Banken vor. „Wir müssen den Druck auf Putin maximal erhöhen“, hatte Graham in den vergangenen Wochen immer wieder betont.
Ein Vermächtnis für die Ukraine
Grahams Tod hinterlässt eine Lücke im US-Kongress, die für die Ukraine kaum zu füllen ist. Der 68-Jährige hatte sich über Parteigrenzen hinweg für die Unterstützung Kyjiws eingesetzt. Seine Initiative „Graham-Sanktionen“ fand selbst bei einigen Demokraten Zustimmung. Allerdings ist unklar, ob der Plan ohne seinen prominenten Fürsprecher noch umgesetzt wird.
Die ukrainische Führung zeigte sich bestürzt über den Verlust. Präsident Selenskyj würdigte Graham als „wahren Freund unseres Volkes“. In einer ersten Reaktion hieß es aus Kyjiw: „Sein Vermächtnis wird weiterleben – in der Freiheit, die wir verteidigen.“



