Die italienische Nationalmannschaft steckt in einer tiefen Krise. Wie schon 2018 und 2022 verpasste die Squadra Azzurra die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft. Die Enttäuschung ist riesig, die Folgen sind gravierend: Nationaltrainer Gennaro Gattuso musste seinen Posten räumen, Verbandspräsident Gabriele Gravina und Teamkoordinator Gianluigi Buffon traten ebenfalls zurück.
Maldini soll den Neuaufbau leiten
Als neuer Technischer Direktor soll der frühere Weltklasseverteidiger Paolo Maldini den Wiederaufbau vorantreiben. Seine erste und wichtigste Aufgabe: die Verpflichtung eines neuen Cheftrainers, der Aufbruchsstimmung erzeugen kann. Und hier kommt Pep Guardiola ins Spiel. Laut einem Bericht der „Gazzetta dello Sport“ steht der Katalane auf der Shortlist des italienischen Verbandes. Guardiola sei eine Art Traumlösung für die Italiener.
Realistische Chancen? Finanzielle Hürden
Ob dieser Traum Realität wird, ist fraglich. Sportlich gesehen ist unklar, ob Guardiola nach seiner erfolgreichen Zeit bei Manchester City den italienischen Neuaufbau angehen will. Tiki-Taka auf Italienisch? Es gibt sicher reizvollere Aufgaben auf Vereinsebene. Noch schwerer wiegt das Finanzielle: Bei Manchester City verdiente Guardiola zuletzt rund 21 Millionen Pfund (24,6 Millionen Euro) pro Jahr. Diese Summe kann der italienische Verband nicht aufbringen. Guardiola müsste also auf einen Großteil seines Gehalts verzichten – ein unwahrscheinliches Szenario.
Realistischere Kandidaten: Conte und Mancini
Als realistischere Optionen gelten Antonio Conte und Roberto Mancini. Mancini bewies mit dem überraschenden EM-Titel 2021, dass er ein Team formen kann. Conte trainierte die Squadra Azzurra bereits von 2014 bis 2016 und schied bei der EM 2016 im Viertelfinale gegen Deutschland aus. 2025 wurde er mit Neapel italienischer Meister. Beide Trainer haben Erfahrung mit Nationalmannschaften und könnten den Neuaufbau leiten.
Guardiola auch in Deutschland gehandelt
Nach der Entlassung von Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann gab es in Deutschland Stimmen, die Guardiola als neuen Bundestrainer empfahlen. Der 2014er-Weltmeister Mats Hummels sagte damals: „Ich glaube, dass sowohl Pep Guardiola als auch Jürgen Klopp überall hinpassen – jede Vereinsmannschaft, jede Nationalmannschaft. Die beiden besten Trainer des vergangenen Jahrzehnts, der letzten 17, 18 Jahre in meinen Augen weltweit. Deswegen könnte ich mir beide sehr gut vorstellen.“ Allerdings galten auch hier die finanziellen Einschränkungen wie in Italien.
Guardiola pausiert nach City-Ära
Nach zehn Jahren bei Manchester City – mit sechs Meistertiteln, zwei Pokalsiegen und einem Champions-League-Triumph – beendete Guardiola im Mai seine Ära beim englischen Klub. Derzeit legt er eine Pause ein. Ob er sich einer neuen Herausforderung wie dem italienischen Nationalteam stellen wird, bleibt abzuwarten. Die Italiener träumen weiter – zumindest vorerst.



