Herman Smetanin, der Chef des staatlichen ukrainischen Rüstungskonzerns Ukroboronprom, ist zurückgetreten. Dies gab das Unternehmen am Dienstag bekannt. Der Schritt erfolgte genau eine Woche nach einem russischen Angriff auf ein Lager des Konzerns in der Region Kiew, bei dem es Explosionen mit mehreren Todesopfern gegeben hatte.
Keine Angabe von Gründen
Smetanin nannte am Dienstag keinen Grund für seine Entscheidung. Zum kommissarischen Nachfolger wurde der ehemalige stellvertretende Verteidigungsminister Serhij Bojew ernannt, wie der Konzern mitteilte. Ein Auswahlverfahren für einen neuen Chef sei bereits eingeleitet worden.
Reaktion aus der Politik
Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte nach dem russischen Angriff vom 6. Juli erklärt, dass Verantwortliche des Rüstungskonzerns zur Rechenschaft gezogen würden. Anfang des Monats wurden bereits zwei weitere hochrangige Führungskräfte von Ukroboronprom entlassen.
Bedeutung von Ukroboronprom
Der Staatskonzern vereint rund 100 Waffenhersteller des Landes. Die ukrainische Rüstungsindustrie ist während des mehr als vier Jahre andauernden russischen Angriffskriegs stark gewachsen; die jährliche Produktionskapazität wird inzwischen auf rund 50 Milliarden Dollar geschätzt.



