Kanzler Merz erreicht Negativrekord in Umfrage
Gut 14 Monate nach seinem Amtsantritt als Bundeskanzler sind 85 Prozent der Deutschen mit der Arbeit von Friedrich Merz unzufrieden. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten „Trendbarometer“ der Sender RTL und ntv hervor. Lediglich 14 Prozent der Befragten äußerten sich in der Umfrage des Instituts Forsa zufrieden. Beide Werte entsprechen dem bisherigen Negativrekord für Merz, den dieser bereits im Mai erreicht hatte.
Auch Union-Anhänger kritisieren Merz
Selbst die Anhängerinnen und Anhänger der Union beurteilen den Kanzler demnach zu 51 Prozent negativ, positiv nur 48 Prozent. Beim Koalitionspartner SPD sind es 83 Prozent negative und 17 Prozent positive Stimmen. Bei den übrigen Parteien liegt die Ablehnung zwischen 90 Prozent bei den Grünen und 98 beziehungsweise 99 Prozent bei Linken und AfD.
Vizekanzler Klingbeil ebenfalls unbeliebt
Nicht viel besser steht Vizekanzler und SPD-Chef Lars Klingbeil da. Seine Arbeit beurteilen 74 Prozent negativ und 18 Prozent positiv. Unter den Anhängerinnen und Anhängern der SPD kommt Klingbeil sogar nur auf einen Zustimmungswert von 36 Prozent bei einer Ablehnung von 59 Prozent. Bei den übrigen Parteien sind die Anteile der negativen Bewertungen jeweils höher.
Regierungsarbeit überwiegend negativ bewertet
Die Arbeit der Bundesregierung insgesamt bewerten zu Beginn der parlamentarischen Sommerpause 18 Prozent der Befragten positiv, 82 Prozent hingegen negativ. Im Osten Deutschlands äußern sich sogar 87 Prozent unzufrieden, im Westen 81 Prozent. Auch die Anhängerinnen und Anhänger der Koalitionsparteien bewerten die Regierungsarbeit jeweils mehrheitlich negativ. Bei der SPD sind dies 72 Prozent, bei CDU/CSU 54 Prozent.
Sonntagsfrage: AfD bleibt stärkste Kraft
In der sogenannten Sonntagsfrage verbessern sich die Grünen im Vergleich zur Vorwoche um einen Prozentpunkt auf 16 Prozent. Auf Platz eins bleibt die AfD mit 26 Prozent, gefolgt von CDU/CSU mit 22 Prozent (beide unverändert). SPD und Linkspartei liegen weiterhin mit jeweils zwölf Prozent gleichauf. Alle übrigen Parteien bleiben unterhalb der Fünf-Prozent-Marke. Die schwarz-rote Koalition hätte damit weiterhin keine Mehrheit, rechnerisch möglich wäre ein Dreierbündnis aus Union, Grünen und SPD.
Umfragedetails und Fehlerquote
Forsa befragte zwischen dem 7. und 13. Juli 2503 Menschen in Deutschland. Bei den Fragen nach der Zufriedenheit mit Merz und Klingbeil waren es 1009 Befragte. Die statistische Fehlerquote wurde mit 2,5 bis 3,0 Prozentpunkte angegeben.



